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Cid Mattausch

Xmas Horror

Im Dunkeln

Sie vernahm einen erneuten Schrei. Seine Quelle musste in der Nähe sein. Instinktiv rutschte sie bis an die nächste Wand heran, um nicht sofort ins Sichtfeld zu geraten. Sie bezweifelte, dass sie schnell aufstehen und wegrennen konnte, sollte sie jemand sehen, der sie nicht sehen sollte.
»Hilfe!«, durchbrach ein erneuter Schrei die Dunkelheit. Pia hörte schnelle Schritte und kurz darauf stolperte eine mittelgroße Gestalt in eine nahegelegene Gasse. Sie konnte nicht erkennen, wer es war. Nur dass es sich um einen stark übergewichtigen Jugendlichen handelte, konnte sie anhand der Silhouette erkennen. Er war außer Atem und stolperte. Mit einem dumpfen Knall landete er im Schnee und weinte.
»Bitte, bitte nicht«, hörte Pia sein weinerliches Flehen. Wieder sah der Junge hinter sich, drehte sich auf seinen Hintern und robbte rücklings durch den Schnee. Dabei wiederholte er immer wieder die Worte »Bitte nicht«.
Instinktiv rückte Pia weiter an die Wand heran und duckte sich. Es war dunkel genug, dass sie nicht sofort auffallen würde. Wer auch immer den Jungen verfolgte, war in seiner unmittelbaren Nähe.
Sein Schluchzen wurde lauter, als er sich verängstigt umschaute, bis er schließlich erstarrte, als er in Pias Richtung blickte. Zunächst dachte sie, er hätte sie bemerkt. Doch er sah nicht zu ihr. Sein Blick fiel auf das Dach des Gebäudes, an dem Pia kauerte.
Eine undurchdringliche Wolke schob sich vor den Mond und ließ alles in ein noch dunkleres Schwarz tauchen.
»Geh weg!«, rief der Junge panisch und Pia hörte, wie er versuchte, vom Fleck zu kommen.
Sie erstarrte und hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund, als sich etwas Großes vom Dach fallen ließ und nur ein paar Meter vor ihr im Schnee landete.