Leuchten des Universums
Der Agent drückte Terras Handgelenk kurz auf den Scanner. »Dein Schiff ist festgesetzt worden und du willst trotzdem einen Auftrag von mir?«
Der Chip in ihrem Arm enthielt leider nicht nur das Frachtenbuch – eine Art Bewerbungsmappe für freie Pilotinnen - sondern auch den aktuellen Status der Spacelark. Ich behalte dein Schiff und die Made als Pfand, Terranerin. Fünfundzwanzig Tantalwürfel hatte der Besitzer der Steinfruchtplantage für den Schaden verlangt, und nach einem Blick über das Feld musste Terra zugeben, dass der Preis gerechtfertigt war. Ein Viertel der Plantage hatte Galvin geplündert, die teuren Früchte verschlungen und plattgewalzte Büsche mit zerknickten Zweigen zurückgelassen. Dieser nutzlose madische Vielfraß! Sie hätte ihn einfach schlachten sollen, wie ursprünglich geplant.
»Ich würde mein Schiff mit dem Vorschuss auslösen und …«
»Vorschuss?« Norks hatten keine Augenbrauen, die sie heben konnten, aber die Schuppen um seinen lippenlosen Mund kräuselten sich und legten eine Reihe spitzer Zähne frei.
Das Gemurmel hinter ihr wurde lauter. Die Piloten in der Schlange warteten nur darauf, dass sie abgewiesen wurde. Terra setzte ihr gewinnendstes Lächeln auf. »Ich bin eine erfahrene Pilotin. Du hast mein Frachtenbuch gesehen. Und dies ist nicht mein erster Flug für deine Agentur.«
»Aber dein erster Flug ohne Schiff.« Der Nork lachte. Es klang, als würde sich ein Esel mit einem Hahn streiten.
Terra stellte sich auf die Zehenspitzen und schielte auf den Bildschirm. Frachtauftrag: Transport von Venn-Flechten von Neridian nach Zestra. Wert: 50 Tantalwürfel.
Sie besaß nur noch fünf Tantalwürfel. Wenn es ihr nicht schnell gelang, eine Fracht zu bekommen, würde ihr Schiff verkauft. Ihre Spacelark, Lebensunterhalt und Heimat zugleich. Dann bliebe ihr nur ein Leben als Arbeitssklavin bei einem der großen Kartelle. Und Galvin würde in genau dem Schlachthof enden, aus dem er geflohen war.
Sie brauchte diesen Auftrag. Brauchte. Diesen. Auftrag.
Terra beugte sich leicht nach vorne. Norkohren saßen weit am Hinterkopf. »Ich würde die Fracht auch für fünfundvierzig übernehmen.«
»Fünfunddreißig«, sagte der Agent.
»Zweiundvierzig.«
»Achtunddreißig.«
»Achtunddreißig. Zwanzig davon als Vorschuss«, sagte Terra.
»Ahm«, machte der Agent. Er sah über sie hinweg – was nicht schwer war, denn er überragte sie um einen ganzen Kopf.
Die beigefarbenen Quader seines Büros glitzerten in dem hellen Sonnenlicht, das durch die Fensterfront fiel. Die Zeit, in der Agenten in kleinen schäbigen Verschlägen gehaust hatten, war lange vorbei. Das galaktische Transportwesen boomte, und die Agenturen schöpften einen großen Teil der Gewinne ab. Wer die Fracht hat, hat die Macht.
»Ich garantiere die Lieferung innerhalb von vier Standardtagen«, sagte sie. Das war extrem schnell, aber wenn sie über Belg flog … Es war riskant, aber möglich.
»Achtunddreißig, also«, wiederholte der Agent gedehnt.
Warum griff er nicht zu? Achtunddreißig war ein Spottpreis. Das Tantal würde kaum ihre Kosten decken. Wenn sie den Preis weiter drückte, konnte sie weder Galvin freikaufen noch ihr Schiff auslösen.
Terra biss die Zähne zusammen und fasste in die Innentasche ihrer Kutte. Sie zog ein Fläschchen hervor und setzte es vor die Krallen des Fracht-Agenten auf den Bildschirm, direkt auf das Wort Wert. »Vielleicht kann ich dir hiermit eine kleine Freude machen?«
Sie hasste diesen billigen Spruch. Es klang anbiedernd. Schleimig. Aber das terranische eine kleine Freude machen übersetzte sich in fast allen galaktischen Sprachen in ein kulturspezifisches Kompliment. Das, was durch den Omnitrans in den Ohren des Nork-Agenten ankam, entsprach sinngemäß: Darf ich deine Schuppen kraulen? Unter Norks galt dieser Satz als höfliches Zeichen der Ehrerbietung.
Der Agent las die Aufschrift. »Haarwuchsmittel?« Er schraubte den Verschluss ab, hob das Fläschchen an seine Nüstern und schnupperte.
»Es fördert auch das Schuppenwachstum.« Norkander waren trotz ihres martialischen Auftretens erstaunlich eitel. Für Öl, das ein lückenloses Schuppenkleid mit attraktivem Glanz garantierte, gaben sie oft mehrere Unzen aus. Ihr Fläschchen stammte zwar von einem Händler für galaktische Restposten auf Fahatal, aber diesen Ort würde ein Nork-Agent nicht mal mit der Spitze einer Kralle betreten.
»Ich mag den Geruch.« Der Agent hob das Fläschchen an den Mund und … trank es in einem Zug aus.
Sie unterdrückte den Impuls, es ihm aus den Krallen zu reißen.
»Der Geschmack ist allerdings eigenartig.«
Es ist ja auch für die äußere Anwendung gedacht. Terra biss sich auf die Zunge.
»Ich werde dich unterrichten, sobald das Schuppenwachstum einsetzt.« Er schob das leere Fläschchen über den Tisch auf sie zu.
Verdammt! Terra nahm die kleine Flasche und ließ ihre Hand auf dem Bildschirm liegen. »Und was ist mit dem Auftrag?«
Der Agent musterte sie von Kopf bis Fuß und sie wusste genau, was er sah. Eine magere Terranerin mit dunklen Haarstoppeln und einem verzweifelten Blick in den Augen. Ihre schäbige Kutte und die staubigen Stiefel mit den abgelaufenen Absätzen waren nicht so wichtig, das war die normale Kleidung von freien Frachtpiloten. Aber Verzweiflung begegnete ein Norkander mit Verachtung. Schnell zog sie die Mundwinkel hoch, um freundlich und zuversichtlich zu wirken.
»Ich vergebe keine Aufträge an Pilotinnen ohne Schiff«, sagte der Agent und machte eine wedelnde Klauenbewegung in ihre Richtung. »Der Nächste!«
Sie wollte stehenbleiben. Mit der Faust auf den Tisch schlagen, den Agenten an seinem schuppigen Hals packen … Aber für den unwahrscheinlichen Fall, dass sie das überlebte, würde sie verhaftet werden, und das wäre das Ende. Niemand würde sie und Galvin auslösen. Keiner würde überhaupt bemerken, dass sie weg waren.O
Der Knaffanger hinter ihr knuffte sie mit der Pfote in die Kniekehle. »Beweg dich, Terranerin!«
Terra ging an der Warteschlange vorbei in Richtung Ausgang. Ein paar Knaffanger, zwei Norks, viele Menschen, alle mit kahl geschorenen Köpfen, genau wie sie. Sie fuhr mit der Handfläche über ihre schwarzen Stoppeln. Nein, keine Chance, sie waren noch viel zu kurz. Die Preise für menschliches Haar waren gut, es gab kaum eine zuverlässigere Möglichkeit, alle vier Standardmonate die Kasse aufzubessern. Terra vermied den Blickkontakt zu den anderen Menschen, hielt die Augen auf den Boden gerichtet. Ausgelatschte Stiefel, geflickte Kutten, geschorene Köpfe. Wer hier stand, war genauso arm dran wie sie, aber es gab hier trotzdem nur ein ich und die, kein wir.
Sie öffnete die Tür. Noch hatte sie eine Option. Ihre Letzte.
Draußen leuchtete das Licht der perrigorischen Sonne golden auf die saubere Straße aus grauem Butorck. Wann hatte sie zuletzt Kontakt zu Zahar gehabt, vor acht Monaten, vor zwölf? Ihr beschleunigter Puls sagte klar, dass es nicht lange genug her war.
Die Wohnhäuser mit den geschwungenen Dächern waren gelborange gestrichen, und auf den Ständen, die die Straße säumten, glänzten Stapel von Steinfrüchten, eine goldoranger als die andere. Einheimische wie Besucher drängten sich um die Auslagen, atmeten den süßlich-herben Duft der Früchte ein und feilschten mit den Steinfruchthändlerinnen. Diese trugen die traditionellen goldorangen Gewänder und priesen die Qualität ihrer Ware in einem harmonischen Singsang an, für den sie weit über Perrigor hinaus bekannt waren.
Terra band sich ihr zerfranstes Halstuch als Sonnenschutz um den Kopf. Dieser Planet war so goldorange, dass ihr schlecht wurde.
Sie ging eilig weiter, doch vor ihr verdichtete sich die Besuchermenge und zwang sie zu einem langsameren Tempo. Auf einem freien Platz zwischen zwei Häusern leuchtete eine holografische Nachrichtensendung auf. Das Bild der Hochrichterinnen in ihren hellen Roben, die Gesichter ernst und würdevoll, flimmerte im Sonnenlicht. Der Angeklagte saß in schwarzer Kleidung und mit gesenktem Kopf vor ihnen. Das Hologramm der perrigorischen Nachrichtensprecherin ploppte mitten im Gerichtssaal auf. »Der Prozess gegen Marshan ash Kalgrilim, der angeklagt wird, die Nebulanerin Flul de Ventar ermordet zu haben, hat heute Vormittag begonnen. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch aus Mangel an Beweisen.«
Einige der Passanten blieben stehen, und auch Terra hielt an. Der Mord an Flul de Ventar hatte für viel Aufsehen gesorgt. Normalerweise waren die Opfer illegaler Auslese-Exzesse heimatlose Explorer, oder alte oder kranke Mitglieder anderer Spezies, für deren Tod niemand einen Prozess anstrengte, doch die de Ventars waren Mitglieder der nebulanischen Hochwaller. Flul war außerdem die Schwiegertochter von Jello B. Sunrise, dem größten norkandischen Frachtunternehmer der Galaxie. Und es gab einen Augenzeugen des Mordes.
»Der Allionale Rat hat auf Anweisung von Allion Fash sel Senghalash ein Komitee unparteiischer Prozessbeobachter entsandt«, berichtete die Sprecherin.
»Unparteiisch«, wiederholte der Knaffanger neben ihr kichernd. »Das kann der Rat dem Fellknäuel im Magen meiner Großmutter erzählen.« Er schüttelte sich und seine kniehohe Gestalt verschwand in einem Wirbel von Haaren.
»Eine Abordnung nebulanischer Vertreter warnte bereits gestern vor einer Einflussnahme des Rats auf die Richterinnen. Allion sel Senghalash sagte ihnen in persönlichen Gesprächen ein faires und offenes Gerichtsverfahren zu«, fuhr die Nachrichtensprecherin fort. Kurz wurde ein Hologramm des Allions eingeblendet, das ernst und würdevoll in die Runde nickte. Die großen rosenquarzfarbenen Augen des Allions blickten traurig, die Falten im Gesicht des obersten Ratsvorsitzenden wirkten noch tiefer als sonst.
Zwei aufgeregt flüsternde Nebulaner schwebten schemenhaft um sie herum und verdichteten sich vor ihr zu zähem, undurchsichtigem Nebel. Terra wandte sich ab. Sie hatte genug gesehen.
Hier ging es um mehr als um einen Mord. Es war ein Kräftespiel zwischen Skwish, Norks und Nebulanern, den einflussreichsten Spezies im Allionalen Rat. Die Ratsvertreter schossen politische Pfeile aufeinander und der Rest der Bevölkerung wettete, wer sich durchsetzen würde. Nicht eine Unze würde Terra auf das Versprechen des Allions oder eine Verurteilung des Angeklagten setzen. Ihre Macht und ihr Einfluss würde weder den norkandischen Sunrises noch den nebulanischen Hochwallern etwas nützen. Der Angeklagte war ein Skwish. Etwas anderes als ein Freispruch war ausgeschlossen.
Terra bog in eine Seitengasse ein und steuerte auf die große orangefarbene Box zu, die dort im hintersten Winkel stand. Es war eine der letzten öffentlichen Tekom-Anlagen. Fast jeder besaß inzwischen ein Implantat oder hatte zumindest eine Tekom an Bord seines Schiffes, sogar so ein aus Schrott zusammengebastelter Frachtflieger wie die Spacelark. Aber wenn dein Schiff gepfändet wurde …
Terra betrat die Box. Auf dem Boden lag ein kleiner Haufen zerbrochener Steinfruchtschalen, vermischt mit grünlichem Mageninhalt. Sie schob den Abfall mit dem Fuß auf die Straße. Nur ein schmaler Streifen goldoranges Licht fiel durch den Spalt der Tür in das Dämmerlicht der Kabine. Der kleine Bildschirm an der hinteren Wand war mit fettigen Schlieren übersät, und der Schlitz, der die Tantalwaage verbarg, war offensichtlich von jemandem mit scharfen Krallen bearbeitet worden. Sie tippte auf den Schirm und sagte laut: »Gespräch nach Grakarian, Zahars Café.«
Fünf Unzen erschien auf der Anzeige.
Sie holte einen Tantalwürfel aus der Innentasche ihrer Kutte und kramte in einer anderen nach dem Würfelspalter. Sorgfältig trennte sie mit der scharfen Kante die erforderlichen Unzen aus den zehn Feldern des Würfels heraus und schob sie in den Schlitz unter dem Bildschirm. Damit war der Würfel bereits zur Hälfte verbraucht.
Betrag erhalten, meldete die Anzeige.
Bis die Verbindung stand, würde es sicher noch ein paar Standardminuten dauern. Terra verstaute den Rest des Würfels wieder in ihrer Tasche und zupfte an dem Armband an ihrem linken Handgelenk. Ein geflochtenes Band aus bunten Nam-Fasern, so verwaschen, dass die Farben nicht mehr zu erkennen waren. Zahar und sie hatten wochenlang gesammelt, bis sie genug Fäden zusammen hatten, um die Bändchen zu flechten. Schnüre von weggeworfenen Verpackungen, die sie aus dem Müll gefischt hatten. Eine Faser aus ihrem Bettlaken, das Band des altmodischen Boarding-Passes nach Omega Z. Sogar ein Haar von Zahar und eines von ihr waren irgendwo mit dabei …
Der Bildschirm der Tekom flackerte kurz, dann erschien leicht verschwommen ein Gesicht. Dunkle Locken, zu einem nachlässigen Knoten am Hinterkopf hochgebunden. Geschwungene Lippen, die sich zu einem Lächeln verzogen. Die winzige Narbe unter dem rechten Auge konnte Terra wegen der schlechten Bildqualität nur erahnen.
Mit einem Mal spürte sie ihren Herzschlag bis in den Hals.
»Terra!« Das Klappern von Geschirr und das Brodeln eines Milchaufschäumers mischten sich mit dem Klang von Zahars Stimme. »Du hast dich schon ewig nicht mehr blicken lassen.«
»Ich hatte viel zu tun«. Und ich wollte endlich von dir loskommen. »Wie laufen die Geschäfte?«
Zahar zog eine Grimasse. »Wenn die Skwish nicht diese unnötige Luxussteuer auf Grul, Papier und Kaffee eingeführt hätten, würden sie gut laufen.« Sie stützte das Kinn in die Hand. Ihre Augen hatten die Farbe von hellem Karamell. »Was gibt’s?«
»Die Spacelark ist gepfändet worden. Galvin hat eine Viertel Steinfruchtplantage leergefressen.«
Zahar runzelte die Stirn. »Ich habe dir gleich gesagt, dass es ein Risiko ist, die Made aufzuziehen.«
»Er ist nicht … Er ist mein Copilot.«
Zahars Hände tauchten kurz auf dem Bildschirm auf, als sie eine abwiegelnde Geste machte. An einem Handgelenk trug sie Schmuck aus wertvollen Frillsteinen. Das geflochtene Band aus verblichenen Nam-Fäden wirkte daneben irgendwie deplatziert. »Was brauchst du?«
Terra schluckte. Keine Affären, keine Abhängigkeiten. Das war ihr Überlebensmotto. »Ich brauche einen Auftrag. Ich habe alle Kunden kontaktiert, für die ich je gearbeitet habe, und alle Agenturen auf Perrigor abgeklappert, aber ohne Schiff …«
Der Milchaufschäumer zischte. Auf dem Bildschirm der Tekom war zu sehen, wie Zahar an Regalwänden voll speziendiverser Kaffeetassen vorbeiging und durch eine dunkle Tür ihr kleines Büro betrat. Die Betriebsgeräusche des Cafés verstummten.
»Du weißt, welche Art Aufträge ich vermittle.« Zahar setzte sich an den Schreibtisch. Terra konnte hinter ihr das Regal mit den ledergebundenen Büchern erkennen.
»Ja, ich weiß.« Sie räusperte sich. »Ich möchte keine Leichenbeseitigung. Keinen Betrug. Keine … Zerstörung von Lebensgrundlagen.«
Zahar hob ihre elegant geschwungenen Augenbrauen. »Das sind hohe Anforderungen für den illegalen Sektor. Entweder du willst den Auftrag oder du willst ihn nicht.«
»Dann hast du einen?«
»Für dich immer.«
Zahar klopfte mit einem Finger hinter ihr linkes Ohr, und der Bildschirm der Tekom wurde dunkel. Dann erschien erneut ihr Gesicht, diesmal vor einem Hintergrund aus schattiger Schwärze. »Ich hab einen privaten Kanal für uns geöffnet, das ist sicherer.« Zahars Stimme klang verfremdet. »Du kannst eine Fracht von Depryn 3 nach Sylviél fliegen. Liefere einen Container mit Nahrungspaste ab und bring mir einen mit Grul zurück. Leichter als Milchschaum, Schätzchen, und nur ein kleines bisschen illegal, wegen der Luxussteuer, die wir … umfliegen.«
Sylviél. Das war ein Himmelfahrtskommando. Der Planet lag in einer Sperrzone, von Raumanomalien umgeben. Die von der unangenehmen Sorte. Bubbles, die jederzeit vor deinem Schiff aufploppen und es ins Verderben reißen konnten.
»Hundert Tantal, davon vierzig als Vorschuss«, sagte Zahar«
Hundert? Das war mehr als großzügig, das war … ein Traum. Davon könnte sie Galvin und das Schiff auslösen, Proviant kaufen, vielleicht der Spacelark sogar noch die eine oder andere kleine Reparatur gönnen.
»Ich nehme die Fracht.«
Zahars Handfläche erschien auf dem Bildschirm der Tekom-Box und Terra drückte dagegen.
»Der Auftrag gehört dir«, sagte Zahar und besiegelte ihn mit der traditionellen Formel der Frachtflieger. »Fracht motzt nicht.«
»Fracht kotzt nicht«, erwiderte Terra.
»Ich schicke die Anzahlung als Anweisung direkt an die Planetensicherheit auf Perrigor. Dann kannst du die Spacelark und deine Made heute noch auslösen.«
»Ich danke dir.« Ihr Herz schlug ihr wieder bis zum Hals, diesmal vor Erleichterung. Es war alles so einfach. Sie hätte Zahar schon viel früher kontaktieren sollen.
»Keine Ursache.« Zahar hob die Hand, um die Verbindung zu beenden, zögerte aber. »Erledige nur den Auftrag, okay? Dann kann nichts schiefgehen. Und pass auf dich auf.« Sie tippte sich hinters Ohr und der Bildschirm vor Terra wurde schwarz. Einen Moment blieb sie noch im Dämmerlicht der Tekom-Box stehen.
Wie immer bei Zahar hatte alles zwei Seiten. Ein Café mit terranischen Kaffeespezialitäten - auf einem abgelegenen Planeten. Ein Hochrisikoauftrag - mit fantastischer Bezahlung. Ein gerettetes Leben - und ein gebrochenes Herz.
Aber das war lange her. Sehr lange her.
Sie schob die Tür der Tekom-Box auf und trat hinaus in die Sonne.
Vorbei und vergessen.