SWERAS
Nach ihrer abrupten Wende stand sie einem Mann gegenüber – und erstarrte. Er kam ihr unwirklich vor. Etwas war anders, es betraf die gesamte Erscheinung. Lang war er und sehr schlank, alles an ihm wirkte schmal, sowohl die Gestalt als auch das Gesicht. Und er sah blass aus, jedoch nicht bleich. Paula begegnete seinem Blick und zog hörbar die Luft ein. Die Pupillen! Niemand hatte solch quer verlaufende Schlitze. Andererseits gab es alle möglichen Kontaktlinsen. Tief im In-neren verspürte sie ein Pochen und trat einen Schritt zurück.
„Verzeihung. Ich wollte dich nicht erschrecken.“ Der ungewöhnliche Fremde kreuzte die Arme vor der Brust, dazu verbeugte er sich leicht.
Die Worte artikulierte er sorgfältig, als ob das Sprechen selbst ungewohnt wäre oder schwerfiele. Noch beeindruckender war die Stimme. Nie zuvor hatte Paula eine auch nur ähnlich klingende Stimme gehört, weder hoch noch sonderlich tief und nicht ganz klar, eher ein bisschen heiser, wie von einem diskreten Rauschen untermalt. Ihre Gedanken überschlugen sich. Sie wüsste keinen Grund, warum man jemanden so herrichten sollte. Nein, bedrohlich wirkte er nicht, höchstens eigentümlich, nicht hierher gehörig. Weglaufen wäre vermutlich albern. Ignorieren oder antworten? Blitzartig ging sie die Optionen durch und wählte die letztere.
„Mein Herz holpert noch“, sagte sie kaum vernehmbar.
Ein flüchtiges Lächeln umspielte seine ebenfalls schmalen Lippen.