← Zurück zum Buch
Kornelia Schmid

Tempelfeuer

Tempelfeuer

Von den Stufen des Palastes aus beobachtete Thalmaia die Straße. Als heller Streifen wand sie sich durch die Landschaft, dem Meer entgegen. Nur vereinzelte Olivenbäume warfen fleckigen Schatten. Seit einer geraumen Weile quälte sich die Delegation des halinischen Prinzen durch die Hitze.
Menes von Haline trug einen Helm aus polierter Bronze, der im Mittagslicht leuchtete wie die Sonnenscheibe. Flankiert wurde er von Soldaten mit ovalen Schilden. Ein durchaus unverschämtes Aufgebot – schließlich hatte Thalmaias Vater zugesichert, dass dem Prinzen hier keine Gefahr drohte. Tatsächlich knirschte der König von Piros neben ihr hörbar mit den Zähnen.
»Lass sie abschießen«, schlug Thalmaia hoffnungsvoll vor. Der Zorn ihres Vaters konnte Berge versetzen, sagte man. Und er galt im Allgemeinen nicht als sonderlich nachsichtiger Mensch.
Ihr Vater wandte den Kopf. »Unsinn«, sagte er und legte eine Hand hart auf ihre Schulter. »Siehst du die Kisten? Das sind alles Geschenke für dich.«
Hinter den Soldaten keuchten etwa dreißig Sklaven durch die Hitze. Je vier von ihnen trugen riesige Truhen. Ausgenommen von der Schlepperei waren sechs Frauen in Dienergewändern. Wahrscheinlich wollte der Prinz ihr die auch schenken – zumindest hoffte sie das für die elenden Gestalten.
Thalmaia versuchte die Pranke ihres Vaters von ihrer Schulter zu schütteln, doch sein Griff verstärkte sich. »In Haline wird es dir gut ergehen. Du wirst dort eine Königin sein und viele Sklaven haben. Verstehst du?« Seine Augen waren dunkel wie Kohle. Thalmaia wandte das Gesicht ab.
»Ich verstehe«, sagte sie leise. Ja, das tat sie. Sie verstand, dass es hier nicht um sie ging. Er mochte von Geschenken reden und wie gut sie es haben würde – in Wirklichkeit wollte er aber doch nur das einzige Reich, das Piros militärisch ernsthaft gefährlich werden könnte, an sich binden.
»Die Priester bereiten das Ritual vor«, fügte ihr Vater hinzu.
Thalmaia biss sich auf die Unterlippe. Jeder, der eine pirische Prinzessin heiraten wollte, musste sich erst als würdig erweisen und den Stierdämon am Pinienberg besiegen. Tatsächlich mochte Pirios, ihrer aller Vorfahr, vor dreihundert Jahren hart mit dem Dämon gerungen haben, um ihn auf dem Pinienberg in seine Schranken zu verweisen. Aber inzwischen hatten sich die Lage geändert: Seit einigen Jahrzehnten kannten die Priester das Rezept für einen Trank, der magische Fähigkeiten verlieh und den Kampf mit dem Dämon zu einem rein symbolischen Akt verkommen ließ. Ein hohles Schauspiel, das die Bevölkerung zufrieden stellte – aber sicherlich keinen ernstzunehmenden Beweis für die Würdigkeit des Werbers bot. Dieser verdammte Trank, dachte Thalmaia. Die Zutaten waren natürlich streng geheim. Aber mit Sicherheit hatten die Priester sie inzwischen beschafft, um dem halinischen Prinzen ihr Gebräu bereitzustellen.
Thalmaia schluckte hart. »Ich muss mich hübsch machen«, sagte sie und riss sich von ihrem Vater los.
»Gut.« Er sah sie nicht einmal an.
Hübsch machen. Thalmaia hätte ihm am liebsten vor die Füße gespuckt. Wenn er sie auch nur ein kleines bisschen kennen würde, hätte er nicht einfach gut gesagt.

Im grellen Sonnenlicht waren die Schatten zwischen den Gebäuden pechschwarz. Thalmaia und ihre Kusine Lene hatten beide Kapuzen über den Kopf gezogen und drückten sich gegen eine Mauer, während die Palastwachen die nahe Straße passierten. Sie gingen nicht zu schnell, riefen auch nicht ihren Namen. Aber Thalmaia wusste genau, dass sie nach ihr suchten. Sie suchten andauernd nach ihr, wenn sie sich wieder einmal aus dem Palast stahl. Andauernd – also nur, wenn sie es überhaupt bemerkten. In Wahrheit war sie viel öfter hier draußen, als sie annahmen.
Sobald ihre Schritte verklangen, stieß Lene hörbar Luft aus. »Ich habe kein gutes Gefühl dabei«, sagte sie leise. Sie war fünf Jahre älter als Thalmaia und diente schon seit ihrem zwölften Geburtstag im Tempel. Auch Lene schlich sich öfter weg, als ihr erlaubt war. Doch die Priester nahmen es mit der Bewachung weniger genau als die Soldaten unter dem Befehl von Thalmaias Vater.
»Ich verdammt nochmal auch nicht. Der Kerl ist lachhaft.« Thalmaia schnaubte.
Lene legte den Kopf schief. Ihre Lippen zuckten. »Andere Frauen wünschen sich Männer, die sie zum Lachen bringen.«
Thalmaia rollte mit den Augen. »Oh, ich mache mir vor Lachen gleich in die Hose.«
»Du kennst ihn doch überhaupt nicht«, sagte Lene.
»Ich habe von ihm gehört.« Dass er am Hof eitel herumstolzierte und seine Diener schikanierte. Dass die Sklavinnen seine Gemächer mit blauen Flecken am ganzen Körper verließen. Dass er seine Männlichkeit nur allzu gerne mit brutalen Zweikämpfen zur Schau stellte – wo er ein Schwert trug und seine Gegner unbewaffnet waren. Selbst wenn nur ein Bruchteil der Erzählungen der Wahrheit entsprach, reichte es, damit sich ihr Magen vor Übelkeit zusammenkrampfte. Ja, sie hatte heute nicht viel von ihm gesehen – aber sie konnte es sich viel zu gut vorstellen. Wahrscheinlich war ihr Vater in seiner Jugend genauso gewesen.
Lenes Brauen fuhren in die Höhe. »Du solltest dich nicht auf Gerüchte verlassen. Das steht einer Königin nicht gut an.«
»Königin.« Thalmaia schüttelte ärgerlich den Kopf. »Königin von Haline zu sein, heißt, dass ich in einen Palast gesperrt werde, damit sie mich bei feierlichen Anlässen ein wenig herumzeigen können und ich viele kleine Prinzen und Prinzessinnen in die Welt setze.« Demonstrativ würgte sie. Das konnte doch nicht ihr Leben sein. Natürlich wusste sie, dass der Alltag vieler Menschen deutlich härter war, von Mühsal und Hunger geprägt. Dennoch stellte sie sich immer vor, dass diese Menschen wenigstens etwas taten. Sie gaben der Gesellschaft etwas, sei es nun ein Keramikgefäß oder ein Laib Ziegenkäse. Und für sie sollte die Welt nichts anderes bereithalten, als die Sprösslinge eines Mannes, der sie anwiderte, zwischen ihren Beinen hervorzupressen? Und das sollte das ihr Lebenswerk sein? Nur, weil die Leute sie dann Königin nannten, hieß das noch lange nicht, dass es irgendeinen Wert hatte. Die Haliner würden sie nicht regieren lassen. Ganz sicher nicht.
»Sei doch nicht immer so negativ«, sagte Lene.
Negativ? Ja was denn sonst! Hitze schoss ihr ins Gesicht. »Aber es ist doch so! Als Königin von Piros könnte ich etwas bewirken. Oder fällt dir jemand ein, der besser dafür geeignet wäre, über mein Land zu herrschen als ich selbst?«
Lene schüttelte den Kopf. »Du kennst die Regeln. Und du kennst deinen Vater.«
Die Regeln – zum Beispiel jene, dass die stärksten Krieger über das Land herrschen sollten. Und nachdem Frauen keine Krieger werden durften und natürlich auch keine entsprechende Ausbildung erhielten, stand außer Frage, dass man ihr nicht erlauben würde, den Thron zu besteigen. Im besten Fall tat sich ihr Ehemann im Kampf hervor und man überließ ihm die Krone – selbstverständlich, nachdem er dem verdammten Stierdämon noch einmal symbolisch eins auf die Nase gegeben hatte.
»Ich scheiße auf die Regeln«, schnappte sie.
»Thalmaia, also wirklich!« Lene riss die Augen auf und schlug die Hand vor den Mund.
»Tu doch nicht so pikiert. Das bist du überhaupt nicht«, sagte Thalamaia entnervt.
»Na gut, bin ich nicht.« Als Lene die Hand zurückzog, kam das Lächeln auf ihren Lippen zum Vorschein. »Trotzdem finde ich, dass du die Sache zu negativ siehst. Stell dir vor, du wärst Königin von Haline und deinem Gemahl würde etwas zustoßen … wenn er keine eigenen Entscheidungen mehr treffen könnte, sabbernd ans Bett gefesselt wäre. Ich habe da schon Krankheiten gesehen, die sind wahrlich kein Spaß …«
»Also wirklich, Lene«, sagte Thalmaia. Ihre Empörung war nur zum Teil gespielt – weil sie sich nicht sicher war, wie viel von ihrem Vorschlag ihre Kusine tatsächlich ernst meinte. Priesterinnen wurden in der Heilkunst ausgebildet. Wenn morgen alles schiefging, würde Lene ihr dann ein Beutelchen mit Giftkräutern in die Hand drücken? Puh, sie konnte wirklich froh sein, eine solche Verwandte zu haben.
Lene lächelte weiter. »Nicht gut?«
»Schlechter als mein Plan.«
Lene seufzte. »Dein Plan wird einige innige Gebete nötig haben, um zu gelingen.«
Thalmaia hob die Schultern. »Taten sind mir lieber als Gebete.«
»Das schließt sich doch nicht aus«, sagte Lene.
Thalmaia nickte in Richtung der Straße. »Los jetzt. Bevor die Wachen uns doch noch erwischen.«
»Was tut man nicht alles für die liebe Kusine.« Lene seufzte übertrieben theatralisch.
»He, du hast es doch gut. Solange du Priesterin bist, wird niemand versuchen, dich gegen deinen Willen zu verheiraten.«
»Ich weiß.« Lenes Lächeln erlosch. »Deswegen helfe ich dir ja.« Der Spott war vollkommen aus ihrer Stimme verschwunden. Lene stand vor ihr und musterte sie aufmerksam. »Wie willst du es überhaupt machen? Sobald du wieder zurück im Palast bist, werden dich die Wachen keinen Wimpernschlag mehr aus den Augen lassen. Nicht, solange deine Verlobung auf dem Spiel steht.«
»Ich weiß.« Und ob sie das wusste. Sie hatte es schließlich schon oft genug erleben müssen, dass irgendein Soldat sogar in der Nacht neben ihrem Bett saß und sie beim Schlafen bewachte, damit sie bloß nicht auf die Idee kam, sich an irgendeinen Ort zu bewegen, der ihrem Vater missfiel. »Aber ich habe einen Plan, bei dem es egal ist, ob mir jemand zusieht oder nicht. Ich kann es sogar auf dem Fest heute Abend machen und es wird niemanden kümmern.« Glaubte sie zumindest …
»Na dann hoffe ich, du weißt, was du tust.« Lene packte Thalmaias Hände und drückte sie fest. Thalmaia erwiderte ihren Blick. »Das Wichtigste ist, den richtigen Moment zu wählen«, sagte Lene eindringlich. »Du setzt die Zukunft aufs Spiel. Und zwar nicht nur deine eigene.«
Thalmaia nickte. »Gut.«
»Dann komm jetzt.«
Lene zupfte an ihrer Kapuze, bevor sie mit gleichmäßigen Schritten auf die Straße zuging. Thalmaia folgte ihr. Hoffentlich sahen die Leute nur Eines: Zwei vornehme Damen, die ihre Gesichter zum Schutz vor der Sonne verbargen, mehr nicht.

Lene hatte Recht gehabt: Sogar während die Dienerinnen Thalmaias Haare flochten, standen drei Soldaten im Zimmer und beobachteten sie mit grimmigen Blicken. Thalmaia versuchte, sie zu ignorieren und betrachtete stattdessen die Fläschchen und Dosen mit Duftwasser und Schminke auf dem Tisch vor sich. Eine Flasche hielt sie in der Hand. Es war gut, sich an irgendetwas festzuklammern. Das Gefäß verbarg sich vollständig zwischen ihren Fingern, wenn sie die Hand schloss. Sicherlich bemerkten ihre beiden Dienerinnen es, doch keine von ihnen sprach sie darauf an. Sonst waren sie nicht so zurückhaltend. Wahrscheinlich lag es an der Gegenwart der drei Männer, dass das Schweigen so schwer lastete. Oder vielleicht fürchteten sie auch, Thalmaia würde sie nach ihrer Hochzeit mit dem Prinzen von Haline hier zurücklassen.
Thalmaia schluckte ein paarmal, doch der schlechte Geschmack auf ihrer Zunge ließ sich davon nicht vertreiben. Ihre Dienerinnen traten zurück und hielten ihr eine polierte Bronzescheibe hin, in der sie sich spiegeln konnte. Doch Thalmaia sah gar nicht richtig hin. Warum sollte sie schön sein für jemanden, der glaubte, sie und noch viel mehr das Wohlwollen des Reiches Piros einfach so kaufen zu können?
Kaufen … Sie hatte noch nie zuvor so gut verstanden, wie sich Sklaven fühlten. Natürlich waren viele von ihnen in guten Positionen und nicht wenige bevorzugten dieses Leben, wenn die Alternative die harte Arbeit auf den Feldern unter der pirischen Sonne und immer wiederkehrender Hunger war … Andere würden den Hunger für die Freiheit in Kauf nehmen. Genau wie sie. Thalmaia biss sich auf die Zunge. Was für eine verdammte Welt, in der Menschen nichts wert waren. Wenn sie nur den Thron erringen könnte …
Sie stand auf, strich ihr Kleid glatt und ging erhobenen Hauptes aus dem Raum. Diesen Abend würde sie schweigen und so tun, als hätte sie sich mit ihrem Los abgefunden. Aber das Schweigen würde sie nicht vom Handeln abhalten. Und morgen … Morgen würde sich die Lage ändern. Nicht nur für sie.

Einige Frauen spielten auf Leiern und Flöten, aber die Stimmen der Feiernden übertönten die Musik. Sie saßen an langen Tischen im Innenhof des Palastes. Feuerschalen erhellten die Nacht. Der halinische Prinz hatte einen Ehrenplatz neben ihrem Vater erhalten. Thalmaia saß ihm am Frauentisch gegenüber und musste deshalb zwar hin und wieder seine Blicke ertragen, aber zumindest nicht mit ihm sprechen. Sie beobachtete, wie sich ihr Vater zu ihm beugte und etwas in tönender Stimme sagte, das sie nicht verstand.
Thalmaia wandte sich ab. Heute bedienten die Sklaven aus Esweling, die normalerweise zwar vornehmeren Tätigkeiten nachgingen, aber wegen ihrem Goldhaar nett anzusehen waren. Sicher versuchte ihr Vater seinem Gast Ehre zu erweisen, indem er die teuersten Sklaven präsentierte. Unter anderen Umständen hätte sie gesagt, das wäre nicht nötig. Doch heute – heute fiele ihr nicht ein, sich deswegen zu beschweren.
In diesem Moment ging Svar an ihr vorbei. Piraten hatten ihn und einige andere Esweler vor etwa zwei Jahren überfallen und anschließend an einem pirischen Hafen verkauft. Die meisten von ihnen gehörten nun dem Palast. Svar hatte seitdem fünfzehn Fluchtversuche unternommen, die meistens daran gescheitert waren, dass er nicht schwimmen konnte. Sein Rücken war vernarbt von den Peitschenschlägen. Aber seit sie ihren Vater überredet hatte, ihn zum Palastschreiber zu machen, verhielt er sich ruhiger.
Jetzt schleppte er mit missmutiger Miene eine Amphore durch die Reihen und blieb hinter dem Prinzen stehen, um sich seinem Becher zu angeln. Während er einschenkte, schnitt er eine Grimasse, warf einen knappen Blick in die Runde und – spuckte in das Getränk des Prinzen, bevor er es ihm mit einem Lächeln reichte. Thalmaia verschluckte sich an einem Stück Ziegenkäse. Ihr lautes Husten ließ den Prinzen und ihren Vater zu ihr herüber sehen. Thalmaia wollte schon nach ihrem Becher greifen, besann sie sich jedoch rechtzeitig und presste die Lippen aufeinander. Svar blickte sie ebenfalls an, also winkte sie ihn zu sich her.
Seine Lippen zuckten. Offenbar benötigte man etwas mehr diplomatisches Interesse, als Svar es besaß, um wenigstens reumütig auszusehen.
»Prinzessin?« Er sprach Pirisch mit hörbarem Akzent, aber ansonsten flüssig. Seine Verbeugung war nicht so tief, wie sie sein müsste. Aber das war sie noch nie gewesen.
Thalmaia lächelte. »Ich weiß nicht, wie die Sitten bei euch in Eselding sind, aber hier spuckt –«
Svar rollte mit den Augen. »Esweling.«
Sie hob eine Braue. »Erst spuckst du einem Prinzen ins Getränk und dann unterbrichst du eine Prinzessin?«
»Äh.« Er räusperte sich. »Ihr wisst doch genau, dass es Esweling heißt.«
»Frechheit«, sagte sie und zog ihren Becher zu sich heran, um – eher symbolisch – hineinzuspucken. Dann lächelte sie noch einmal und hielt ihn ihm hin. »Strafe muss sein.«
»Äh.« Svar beäugte das Getränk mit zusammengekniffenen Brauen.
»Was? Ich bin nicht giftig«, sagte sie.
»Ich leider auch nicht«, erwiderte er und griff nach dem Becher.
»Zu schade.« Sie konnte sich den Blick in Richtung des Prinzen nicht verkneifen. Offenbar sprach er dem Wein, den Svar ihm gereicht hatte, bereits zu, denn er lachte als einziger prustend über seinen eigenen Witz. Thalmaia biss sich auf die Zunge.
Als sie sich wieder Svar zuwandte, huschte noch ein Rest Erheiterung über sein Gesicht, bevor er die Flüssigkeit in einem Zug hinunterstürzte. Seine blauen Augen blitzten kurz.
»Das soll dir eine Lehre sein«, sagte Thalmaia.
Svar blinzelte ein paarmal und drehte den Becher scheinbar geistesabwesend in der Hand. Dann zuckten seine Augen wieder zu ihr. »Was genau lerne ich daraus? Wenn Ihr so gut wärt, mir auf die Sprünge zu helfen, Eure Hoheit?«
Thalmaia lehnte sich zurück. »Dass richtiges Handeln Konsequenzen hat. Nächstes Mal spuckst du ihm ins Gesicht.«
Ein breites Grinsen erschien auf seinen Lippen. »Habt Ihr mir gerade wirklich befohlen –«
»Da musst du dich wohl verhört haben«, sagte Thalmaia und schnappte ihm den Becher aus der Hand. »Vielleicht gehst du jetzt besser in dein Zimmer, bevor du noch mehr phantasierst.«
»Mit Vergnügen.« Er verneigte sich nachlässig vor ihr, knallte die Amphore viel zu laut auf den Boden und rauschte davon. Sie wünschte sich, sie könnte ihm folgen.