Keno
„Was würdest du mir denn zutrauen?“, fragte Keno neugierig, zuckte dann aber zusammen, als sie weiter an seinem Knie herumwerkelte.
„Nur Zwielichtiges, wenn ich ehrlich bin.“
„Wow, du kränkst mich.“
„Was soll ich denn sonst hiervon halten?“, fragte Savannah ungehalten und deutete auf seine gesamte Erscheinung.
„Ich versuche nur, die Umgebung sicherer zu machen. Falls du dich erinnerst, ich bin dir zur Hilfe gekommen“, sagte Keno.
„Schön, du spielst also gern den Helden. Aber das wird dich wohl kaum ernähren.“
Keno musste grinsen. „Kann es sein, dass du dir Sorgen um mich machst?“
„Kann es sein, dass du einen Schlag zu viel auf den Kopf bekommen hast?“, konterte Savannah und Keno lachte schallend.
„Du hast Feuer, das mag ich.“
„Und du bringst dich in zu viele Schwierigkeiten, das mag ich nicht.“
„Ergo: Du machst dir Sorgen um mich“, beharrte Keno und Savannah drückte ihm so doll ein Pflaster auf das geschundene rechte Knie, dass er einen hohen Schmerzenslaut von sich gab.
„Au! Bist du wirklich Krankenschwester?“
„Ja, bin ich und als diese sage ich dir, halte dich von Ärger fern.“
„Gerade bist du die einzige Gefahr in meiner Nähe.“
„Du musst ja nicht zu mir kommen. Hab einfach eine Krankenversicherung und du kannst zum Arzt oder in die Notaufnahme gehen, wie jeder normale Mensch auch.“
„Das wäre nur halb so spaßig wie mit dir“, sagte Keno mit einem Zwinkern und kurz darauf schrie er wieder auf, weil Savannah das linke Knie fester als nötig mit einem Pflaster versah.
„Spaßig, hm? Ich glaube, da haben wir unterschiedliche Vorstellungen“, sagte sie mit einem süffisanten Lächeln.
Mit diesen Worten zog sie ihn hoch, schob ihn aus dem Wohnzimmer in den Flur und kurz darauf in die Nacht hinaus. Seine Kleidung folgte einen Augenblick später und da stand Keno nun – halbnackt im Schein der Straßenlaterne und mit jeder Menge bunter Kinderpflaster auf seinen Wunden, deren er sich erst jetzt vollauf bewusst wurde.
Keno entfuhr ein belustigtes Geräusch. Er hatte richtig gelegen: Savannah hatte definitiv Feuer und es würde ihm ein Vergnügen sein, sich ihr anzunähern.