Blossom Lake (Band3)
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Dante und die Jungs waren auf dem Weg zu einem kleinen Treffen am Sheriff Office, als sie von der Presse plötzlich umzingelt wurden. Kameras blitzten, Mikrofone wurden in ihre Gesichter gehalten, Fragen wurden an sie abgefeuert, schneller als sie reagieren konnten.
“Dante, was passiert mit deiner Freundin? Wo ist sie? Ist es wahr, dass du sie verlassen hast?“
“Wissen Sie mehr über das angebliche Kind? Ist es von Ihnen oder von Jennas Affäre?“
“Wird Jenna wieder auftauchen? Glauben Sie, dass sie noch lebt?“
Dante, der gerade noch unter der Last der Ungewissheit über Jennas Verbleib litt, brach fast zusammen, als er all die Fragen hörte. Der Druck der Medien, die ständigen Spekulationen und die unbeantworteten Fragen, jagten ihm ein weiteres Stück seiner Nerven ab. Die Jungs waren ihm zur Seite, versuchten, sich zwischen die Journalisten und ihn zu stellen, aber die Menge war überwältigend.
“HÖRT AUF! LASST UNS IN RUHE!” schrie Dante, seine Stimme heiser, die Wut in seinen Augen war nicht zu übersehen.
Nick, Steven und Vince drängten sich näher, ihre Körper wie eine Barriere, die die Presse von Dante fernhielt. Doch es war wie ein Tropfen, der im Ozean verloren ging. Die Presse umzingelte sie weiter.
“Stimmt es, dass Sie dafür gesorgt haben, dass Jenna Dixon verschwindet, weil sie den Mord aufklären könnte?”
Ein Fotojournalist packte seine Kamera fester und drängte noch näher. Dante zog wütend an der Jacke des Reporters. “Ich habe genug! Lasst uns endlich in Ruhe!“
Vince packte ihn fest an der Schulter, zog ihn zurück und hielt ihn ruhig. “Komm, lass uns weg hier. Es hilft niemandem, wenn du dich jetzt da reinziehst.“
Dante ließ sich mitnehmen, doch die Blicke der Journalisten folgten ihnen unaufhörlich. Sie drängten weiter, versuchten, an die Jungs ranzukommen, fragten immer wieder nach Details, die sie einfach nicht wussten. Die Angst und die Ungewissheit, die in den letzten Tagen immer lauter wurden, nahmen wieder zu.
“Weißt du, was wir mit den Medien machen sollten?“ sagte Nick, während sie sich in Jennas Büro versteckten. “Anzünden? Zusammenschlagen?”, entgegnete Steven. “Wäre eine Option”, murmelte Vince.
Dante ballte die Hände zu Fäusten, seine Wut ließ die Luft knistern. “Ich weiß nicht, was ich noch tun soll“, murmelte er, der Druck in seiner Stimme war unerträglich. „Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr.” “Dante, wir finden sie“, sagte Steven ruhig. “Wir dürfen nicht aufgeben, auch wenn es uns zerreißt. Die Presse wird nicht den letzten Teil dieser Geschichte schreiben, wir werden es tun.“
“Aber was, wenn wir sie nicht finden?“ Dante blickte ihn mit verzweifelten Augen an. “Was, wenn sie…“
“Das ist nicht hilfreich“, unterbrach Vince ihn, die Entschlossenheit in seiner Stimme war klar. “Hör zu, wir müssen jetzt klarkommen. Die Presse ist überall, aber das bedeutet nicht, dass wir aufhören können zu suchen.“
“Und wir müssen uns gegenseitig stärken“, fügte Nick hinzu. “Die Situation ist hart, aber wir sind nicht alleine. Jenna wird nicht aufgegeben und wir werden sie finden. Wir müssen einfach zusammenhalten und nicht aufhören zu kämpfen.“
Dante atmete tief durch und nickte, auch wenn er wusste, dass der Schmerz noch lange nicht vorüber war. Die Medien würden nie aufhören, sie mit Fragen zu bombardieren. Doch er hatte jetzt keine Wahl mehr. Es ging um Jenna und er würde alles tun, um sie zu finden, egal, was es kostete.
In diesem Moment schwor Dante sich, dass er niemals aufgeben würde. Nicht, wenn es darum ging, Jenna und ihr ungeborenes Kind zu retten.
*****
Am späten Nachmittag saß Dante am Ufer der Blossom Bay, den Blick auf das ruhige Wasser gerichtet. Der Wind spielte mit seinen Haaren und die untergehende Sonne tauchte die Welt in ein warmes, goldenes Licht. Es war der Ort, an dem er Jenna seine Gefühle offenbart hatte, der Ort, der für ihn immer mit Glück und Freiheit verbunden war. Doch heute fühlte er sich leer. Die Welt schien auf ihn einzustürzen und er konnte den Schmerz in seiner Brust kaum ertragen.
In seiner rechten Hand hielt er einen Joint, den er immer wieder anzündete, den Rauch tief einatmete und langsam wieder ausatmete. Es half ihm, für einen Moment den Gedanken an Jenna und die ständige Angst, sie zu verlieren, zu verdrängen. In der linken Hand hatte er ein Tütchen Koks, das er zu Hause aufbewahrt hatte, ein Relikt aus der Vergangenheit. Es war schon eine Weile her, dass er das letzte Mal so etwas gebraucht hatte. Doch heute war anders. Heute fühlte er sich so verloren, so hoffnungslos, dass er es irgendwie brauchte. Der Druck der letzten Tage, die Ungewissheit und die ständigen Fragen, die er sich selbst stellte, hatten ihn fast erdrückt.
“Was, wenn sie nicht mehr zurückkommt?“, sprach er zu sich selbst. “Was, wenn sie in Gefahr ist und ich nicht einmal da bin, um sie zu retten?“
Der Gedanke brachte eine neue Welle der Verzweiflung mit sich und ohne es zu merken,öffnete er das Tütchen. Es war ein verzweifelter Versuch, die Leere in ihm zu füllen, den Schmerz zu betäuben, auch wenn es nur für einen kurzen Moment war. Die Kälte in seiner Brust wollte nicht weichen und er war sich bewusst, dass er sich in einem Strudel aus Selbstzerstörung befand.
Doch dann, mitten in diesem dunklen Moment, dachte er an Jenna. Ihr Lächeln, ihre Augen, die Art, wie sie ihn immer beruhigte, auch wenn er selbst derjenige war, der sie hätte beruhigen sollen. Er dachte an das gemeinsame Leben, das sie sich aufgebaut hatten und an die Zukunft, die sie sich beide immer erträumt hatten.
“Ich muss sie finden. Ich kann sie nicht einfach aufgeben“, murmelte Dante vor sich hin, während der Rauch des Joints sich langsam in die Luft erhob.
Seine Hände zitterten, als er das Tütchen zu drückte und es in seiner Tasche verstaute. Ein letzter Zug vom Joint, bevor dieser zu Boden fiel. Der Moment der Flucht war vorüber. Die Realität holte ihn ein. Er wusste, dass er jetzt stark sein musste. Nicht nur für sich selbst.
Er stand langsam auf, sein Blick immer noch auf das Wasser gerichtet. “Ich werde dich finden, Blondie”.
Mit einem letzten Blick auf den Ort, der für ihn so viele Erinnerungen an bessere Zeiten brachte, drehte er sich um und ging den steinigen Weg zurück. Es war Zeit, nach vorne zu blicken und sich wieder der Realität zu stellen. Die Dunkelheit, die ihn so lange gefangen hielt, würde nicht siegen. Er würde nicht aufgeben. Nicht, solange er noch Hoffnung hatte.
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