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Matthias Kranz

Der Erste von Baduras

Kapitel 13

Heilfroh, wieder im Warmen zu sein, begannen sie damit, sich weitestgehend ihrer Kleidung zu entledigen.
Goldir genügte es, einfach seinen Umhang abzulegen. Die übrigen Sachen waren trocken geblieben.
Evalds Kleidung tropfte. Sein imprägnierter Kapuzenumhang hatte schon auf halbem Wege vor der Feuchtigkeit kapituliert.
Das Wasser, das Teile von Seitanias Garderobe durchnässte, stammte aus der Zeit, die sie gemeinsam unter ihrem Umhang verbracht hatten.
Zu ihrem Glück lagen trockene Sachen für sie bereit.
Evald hatte schon von dem etwas anderen Schamgefühl der Elfen gehört. Dies sollte ihn trotzdem nicht davor schützen, sich mit hochrotem Kopf von ihr abwenden zu müssen, während sie den Großteil ihrer Hüllen fallen ließ.
„Stimmt irgendwas nicht?“, fragte Seitania verwundert, da sie seine Reaktion falsch deutete.
Goldir hätte beinahe losgelacht, konnte sich jedoch beherrschen.
‚Ich habe viel zu viel Zeit unter Menschen verbracht. Ein lachender Elf. Meine Frau würde sicherlich nach einem Heiler schicken, wenn sie mich so sehen würde. Wenn sie mich nur sehen könnte ...‘, dachte Goldir und empfand tiefe Trauer — wie jedes Mal, wenn er ihrer gedachte.
Doch diese verging ebenso schnell, wie sie gekommen war. Das Schauspiel, das sich ihm gerade bot, konnte man unmöglich ignorieren.
Evald entkleidete sich gerade, als vollkommen unvermittelt das Gesicht der halbnackten Seitania vor dem seinen erschien. Sie hatte bereits mehrfach bemerkt, dass sein Körper, insbesondere der Kopf, in Hitzewallungen geriet. Nichtsahnend, dass stets sie der Grund hierfür war, wollte sie kontrollieren, ob er sich im schlechten Wetter erkältet hatte. Da sie darum wusste, dass ihre Hände noch immer kalt sein mussten, versuchte sie, ihre Stirn gegen die seine zu lehnen, um die Temperatur zu fühlen.
Goldir beobachtete das Geschehen, bis er es tatsächlich nicht mehr aushielt und lauthals zu lachen begann.
Jetzt war es wiederum Seitania, die völlig perplex reagierte. Noch nie zuvor hatte sie einen erwachsenen Elfen laut lachen gehört. Bei Kindern kam dies durchaus vor, aber Elfen galten nicht umsonst als eines der ernsteren Völker.
Evald dankte Goldir innerlich dafür, dass er ihn aus der prekären Lage befreit hatte. Doch sein Dank kam verfrüht. Nachdem der Elf zu Ende gelacht hatte, wünschte er den beiden eine gute Nacht und bettete sich zur Ruhe. Dies führte dazu, dass Seitania da weitermachte, wo sie zuvor gestört worden war.