Raumakademie Paluran
Aus dem Unterkapitel: Frühstück mit Kerasor
Mit wehmütigen Blicken betrachtete er das Holo seiner Freundin, das neben der Mikro-KI schwebte. Sie lächelte ihm zu und der Wind schien mit ihren braunen, gelockten Haaren zu spielen, die ihr bis auf die Schultern herabfielen. Kerasor liebte dieses Lächeln, es war so warm und herzlich. Jakinam gab ihm das Gefühl, dass ihn niemand besser verstand als sie. Sie kannte ihn und sie akzeptierte ihn, so wie er war.
Er konnte sich noch gut an jenen Tag erinnern. Es war kurz vor dem Attentat, das seiner Abreise nach Paluran vorausging. Die Bilder tauchten klar und deutlich in den Gedanken auf. Er saß mit ihr zusammen an der Steilküste, deren Betreten für alle Alandorer verboten war, sie aber dennoch magisch anzog.
Zwanzig Meter unter ihnen brüllte das Meer und schleuderte mit wütendem Tosen Wellenfront auf Wellenfront gegen die Felsen. Die Gischt sprühte fast bis zu ihnen hinauf. Feiner Wassernebel benetzte ihre Haut. Es war ein Anblick, wie Kerasor ihn liebte, die Kraft und die Wildheit der Fluten war für ihn Sinnbild für Alandor, seine bisher ungezähmte Heimatwelt.
Einer plötzlichen Eingebung folgend rief er Jakinam zu: »Könntest du dir vorstellen, dass wir beide eines Tags eine Familie gründen?«
Doch so laut er auch gerufen haben mochte, es schien im Tosen der Wellen untergegangen zu sein. Sie zeigte durch Anheben und Öffnen ihrer Handflächen, dass die Worte nicht bei ihr angekommen waren.
Kerasor seufzte, als die Bilder vor seinen Augen zerflatterten. Er hatte damals auf ihren fragenden Blick hin abgewunken. Es war ihm besser so erschienen, denn es war weder der perfekte Zeitpunkt noch der richtige Ort gewesen, um eine solche Frage zu stellen.