Twinsanity - Dauntless (Akt 1)
Familie. Ein wahrlich eigenartiges Wort. Man nehme eine Ansammlung von Menschen unterschiedlichen Alters, Ethik und Wertvorstellung, gebe ihnen gemeinsames Blut und erwarte dann, dass sie zu einem festen, loyalen Verbund werden. Dieser sollte Liebe, Wärme, Schutz und Geborgenheit erzeugen. Schließlich gehören sie zusammen. Erschaffen durch die Genetik. Gefesselt durch Gewissen. Gehalten durch Erziehung.
Familie soll das Leben eines jeden Einzelnen bereichern. Glaube und Tradition aufrechterhalten und diese durch die Generationen jagen.
Sie soll wachsen, verschmelzen und im besten Fall – niemals enden und das alles nur, wegen Desoxyribonukleinsäure. Auch bekannt als DNA.
Doch was ist, wenn man sein eigen Fleisch und Blut nicht ausstehen kann? Man den inneren Drang hat es zu vernichten? Man nichts lieber will, als seine Familie wimmernd, in ihrem eigenen Blut vor den Füßen zu finden.
Wird man dadurch zu einem schlechten Menschen? Oder hat man die wahre Bedeutung des Wortes verstanden?
Und was passiert, wenn man den Begriff Familie einfach anders definiert als der Rest der Menschheit? Wenn man auf die sogenannte Blutsverwandtschaft scheißt und die Menschen, die eine Seele, wie Abfall behandelt haben, zum persönlichen Ground Zero werden lässt?
Kann gut gehen, aber auch so richtig beschissen werden. Sicher ist nur eins – egal, wie sehr man sich gegen sein eigenes Blut wehrt. Solange man nicht bereit dazu ist, sich selbst völlig ausbluten zu lassen, wird dieses sanfte Pulsieren in den eigenen Adern immer die Schatten der Vergangenheit tragen.