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J.P. Visions

Pathfinder - Rand des Zusammenbruchs

Kapitel 2: Ritter im Schatten

In den Wäldern nördlich von Eden-City befindet sich eine zwischen
den Bergen versteckte Kommunikationsanlage. Es ist tiefe Nacht und
der Gasriese Horus verschwindet gerade samt seiner Monde hinter
einer dichten Wolkendecke. Auf dem Gelände der Anlage
patrouillieren in regelmäßigen Abständen mehrere Wachteams,
bestehend aus jeweils zwei Personen. Der Außenbereich des
Hauptgebäudes ist umgeben von dicht bewachsenen Beeten. Die
zahlreichen Bäume und Sträucher bieten zwischen den betonierten
Wegen ein perfektes Versteck für schattenhafte Gestalten. Ein
Wachteam läuft zwischen der dichten Vegetation den Weg entlang.
Plötzlich springen zwei Schatten von beiden Seiten aus dem Gebüsch
und töten die beiden Männer mit ihren Klingen. Komplett unbemerkt
werden die beiden nach diesem Attentat in das gegenüberliegende
Beet getragen und dort versteckt. Innerhalb von gerade einmal zwei
Sekunden ist soeben ein ganzes Wachteam verschwunden.
Auch wenn sie wie solche verschwinden, sind diese Schatten keine
Geister, sondern die Mitglieder eines Geheimbundes. Sie tragen
Tarnanzüge, welche sie zwischen den Blättern nahezu unsichtbar
machen. Eine vergleichbare Gestalt liegt oberhalb eines Weges, auf
dem dicken Ast eines Baumes versteckt. Als ein weiteres Wachteam
diesen Weg überquert und dabei unterhalb dieses Baumes läuft, lässt
sich die Gestalt vom Baum fallen und tötet mit einem schnellen
Angriff beide Wachen, bevor auch diese spurlos verschwinden. Nach
und nach wird der Weg zum Haupteingang frei gemacht, während
einer dieser Schatten ungedeckt darauf zuläuft. Er trägt eine Montur,
ähnlich der der Hüter. Eine schwarze Kutte mit Kapuze. Dabei ist er
bis an die Zähne mit Schwertern, Messern und Pistolen bewaffnet. Der
Mann läuft geradewegs auf den Eingang zu, vor dem sich zwei
Wachen befinden. Doch plötzlich fällt ohne Vorwarnung der Strom
aus und taucht den Außenbereich in Dunkelheit. Die Kämpfer dieses
mysteriösen Geheimbundes verstecken sich überall auf dem Gelände
an den dunkelsten Plätzen und schlagen aus dem Schatten zu. Eine
Wache nach der anderen fällt ihnen zum Opfer. Nach jedem Angriff
verschwinden sie dabei wieder spurlos in der Finsternis. Die beiden
Wachen am Haupteingang sind durch den Stromausfall irritiert und
schauen hinter sich in das Gebäude hinein.
Wache: „Mann. Das ist jetzt schon der dritte Stromausfall diese
Woche.“
Wache 2: (Funkt) „Es wird dunkel hier draußen. Was ist da los?“
Funk: „Wir sind an dem Problem dran. Mal wieder.“
Wache 2: „Das beantwortet meine Frage nicht. Aber gut. Hoffentlich
beeilen die sich.“
Die Wachen an der Tür sind sichtlich abgelenkt. Was sie jedoch nicht
bemerken, ist, dass eine schattenhafte Gestalt mit einer Kutte vor
ihnen aufgetaucht ist. Der Mann unter dieser Kapuze ist mit einer
Sturmhaube maskiert und insgesamt ein einschüchternder Anblick.
Mann: „Ihr habt die Wahl. Geht jetzt unversehrt nach Hause, zu euren
Familien und lebt euer Leben. Andernfalls endet euer Leben hier auf
der Stelle.“
Eine der beiden Wachen versucht schnellstmöglich eine Pistole zu
ziehen. In dem Moment, als die Waffe ihren Holster verlässt, schlägt
ein Pfeil in die Brust des Mannes ein. Er fällt rückwärts gegen die
Glaswand und sackt zu Boden.
Mann: „Und was ist mit dir?“
Die Wache schüttelt verunsichert ihren Kopf und hebt die Hände hoch.
Mann: „Geh nach Hause oder versteck dich irgendwo! Lass zu, was
immer hier geschehen wird!“
Der Wachmann nickt ihm verängstigt zu, bevor er sein Funkgerät und
seine Waffen vor sich ablegt. Anschließend geht er von der Tür fort
und verschwindet.
Mann: (Funkt leise) „Hier ist Cormac. Außenbereich gesichert. Wir
können jetzt rein.“
Die Schatten, die sich rund um das Gebäude verteilen, verschaffen
sich nun lautlos Zugang.
Die Überwachungskameras sind ausgeschaltet, daher kann sich
Cormac fast unbemerkt durch das ganze Gebäude bewegen. Sobald er
dabei auf ein Wachteam trifft, verschwindet er in einer der dunklen
Ecken. Er macht sich auf den Weg in die oberen Ebenen. Da die
Fahrstühle nicht funktionieren, muss er über das Treppenhaus nach
oben. Dort wurde bereits ein stiller Alarm in einem der Schalträume
ausgelöst. Ein Wachtrupp, bestehend aus fünf Männern, macht sich
jetzt auf den Weg dorthin. In dem Moment, als sie die Tür öffnen,
schaltet sich der Notstrom wieder an und beleuchtet den Raum mit
einem schwachen Licht. Schlagartig bleiben alle fünf Wachen stehen
und nehmen ihre Waffen in den Anschlag. Vor ihnen steht offenbar
eine Person, gekleidet in einer modernen Ritterrüstung. Die silbern
glänzenden Rüstungsplatten schimmern leicht zwischen einer
mattschwarzen Panzerung hervor. Unter der Kapuze eines weinroten
Seidenmantels gibt sich ein prachtvoll aussehender Ritterhelm zu
erkennen und die beiden massiven Plattenhandschuhe umschließen ein
verziertes Langschwert, welches mit der Spitze auf dem Boden steht.
Trotz vieler mittelalterlicher Züge scheint diese Rüstung hochmodern
und sogar mit einem Exoskelett bestückt zu sein. Dieser Ritter steht
vor dem Wachtrupp, als hätte er auf diese Begegnung gewartet.
Wache: „Lassen Sie die Waffen fallen und ergeben Sie sich!“
Aiden Conover: „Das gleiche Angebot mache ich euch.“
Wache: „Keine Spielchen! Identifizieren Sie sich!“
Conover: „Ich gehöre zu den Knights of Eden.“
Wache: „Nie davon gehört.“
Conover: „Nicht überraschend.“
Wache: „Letzte Chance! Waffen weg oder wir eröffnen das Feuer!“
Conover: „Ebenfalls letzte Chance für euch. Geht nach Hause oder
findet hier euer Ende!“
Die Wachen rühren sich nicht vom Fleck. Stattdessen schauen sie
Aiden weiterhin ernst an.
Conover: „Wie zu erwarten.“
Für einen kurzen Augenblick fällt der Notstrom wieder aus und taucht
den Raum in Dunkelheit. Die Wachen eröffnen instinktiv das Feuer,
doch Conover ist ihnen mit seinem Langschwert bereits bedrohlich
nahegekommen. Das Licht und der Strom gehen wieder an, während
Aiden mit weiten und kraftvollen Hieben den Wachtrupp dezimiert.