Pathfinder - Welten des Schattens
Der Bürgerkrieg im Eden-System nahm ein Ende. Eine Allianz aus
Deserteuren, Rebellen und Gesetzlosen, angeführt von einem aus dem
Schatten kommenden Orden, den Knights of Eden, beendete die
Schreckensherrschaft des ehemaligen Kanzlers und Generals Adams.
Mehrere Wochen sind nun vergangen. Die Demokratie erholt und
verbessert sich. Es werden Verträge und Verfassungen geschlossen,
welche die Freiheit der Bevölkerung gewährleisten und schützen soll.
Nicht zuletzt wurde das Eden-System wieder als Mitglied der VSE,
den vereinten Systemen von Eden, anerkannt. Der ehemalige
Rebellenanführer Alex Cobryn wurde mittlerweile zum
Verteidigungsminister ernannt. Auch wenn in dem finalen Kampf in
der Hauptstadt Initium Novums die Knights of Eden eine wichtige
Rolle gespielt haben und nun auch jeder über ihre Existenz Bescheid
weiß, so kann niemand sagen, wohin sie verschwunden sind. Sicher ist
jedoch, dass sie ihren wichtigen Aufgaben nachgehen. Ihre
Aufmerksamkeit richtet sich inzwischen auf die Ausgrabungsstätten,
die Adams hinterlässt und mittlerweile ausschließlich von Commander
Talon verwaltet werden. Noch ahnt niemand, was für ein Chaos er mit
der dunklen Technologie der Utopier angerichtet hat. Die Schwarze
Legion, welche von General Kaelyn Harper geführt wird, unterstützt
währenddessen die Kardianer im Kampf gegen die blutrünstigen
Vyrakay. Sämtliche Fronten verschieben sich täglich, doch ein Ende
des Krieges ist nicht in Sichtweite. Ebenso ungewiss ist die Absicht
der Garde. Das ehemalige Militär Asgards ist immer noch
untergetaucht und geht im Verborgenen seinen Plänen nach.
Unabhängig von den zahlreichen Ereignissen im Sektor der Menschen
und dessen Umfeldes bleibt eine kleine Gruppe von Kopfgeldjägern
ihrer Arbeit treu. Dylan Sykes, Miranda Spicer und Kyra Hades liefern
sich heute eine Verfolgungsjagd auf dem Mond Elysiums, Poseidon.
Miranda und Kyra bringen den Schnee unter ihren Motorrädern zum
Schmelzen, während Dylan in seinem Allzweckgeländewagen einen
einzelnen Quadfahrer verfolgt. Die drei fahren durch die eisige
Landschaft des Mondes. Bis zum Horizont reichen die Gletscher und
schneebedeckten Berge, unterbrochen von türkisfarbenen Flüssen aus
schmelzendem Eis. In der Ferne ist am Himmel der künstliche Ring
Poseidons zu sehen. Sein röhrenartiges Aussehen dominiert die
Aussicht. Obwohl dieser Ring als Einrichtung zum Terraformen des
Mondes dient, reicht der ausströmende Sauerstoff aus seinen
Schächten nicht aus, um an der Oberfläche problemlos atmen zu
können. Daher tragen Dylan, Miranda und Kyra auch Helme, die
eigentlich zu Raumanzügen gehören. Ohne sie würde man in der
Atmosphäre vermutlich nach kürzester Zeit bewusstlos werden.
Zielstrebig verfolgen die drei den Mann auf dem Quad. Er versucht
durch wilde Ausweichmanöver seine Verfolger abzuschütteln, jedoch
ohne Erfolg. Stattdessen verliert er regelmäßig den Sichtkontakt zu
ihnen. Miranda und Kyra kommen plötzlich von beiden Seiten hinter
den Eiswänden hervor. Während sie aneinander vorbeifahren, übergibt
Miranda ein Seil an Kyra. Gemeinsam spannen sie es so, dass im
richtigen Moment der Flüchtende von seinem Quad gerissen wird. Der
Mann rollt mehrere Meter durch den Schnee, bevor er zum Stehen
kommt. Doch noch bevor er sich wieder orientieren kann, stehen die
drei Kopfgeldjäger bereits dicht vor ihm, ziehen ihm einen Sack über
den Kopf und fesseln ihn. Bis jetzt scheint es eine normale, gelungene
Kopfgeldjagd zu sein, jedoch hat Dylan andere Pläne. Etwa eine
Stunde später kommt er allein mit seinem Gefangenen auf ein Schiff
zu, welches sich zwischen verschneiten Hügeln versteckt. Überall
laufen Plünderer umher. Sie richten schlagartig ihre Waffen auf Dylan
und bilden einen Halbkreis. Er wiederum zieht seinem Gefangenen
den Sack vom Kopf. Schnell fällt dem Anführer der Plünderer auf,
dass es sich um einen seiner eigenen Leute handelt und um seinen
Sohn.
Sykes: „Ich möchte mich schon mal im Voraus entschuldigen, für all
das hier. Ich wünschte, es müsste nicht so kommen, aber so scheint es
unvermeidlich.“
Anführer: „Wer bist du und was willst du von uns?“
Sykes: „Wer ich bin, kann euch egal sein. Bist du hier der Anführer?
Wenn ja, dann habe ich hier anscheinend deinen Sohn.“
Anführer: „Das bin ich und das hast du. Ist dir klar, mit wem du dich
hier anlegst?“
Sykes: „Wüsste ich das nicht, hätte ich euch wohl nicht gefunden. Auf
die Hälfte von euch ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Viele Menschen und
sogar Elysiums Verteidigungsministerium möchten euch tot sehen. Es
wäre ein Kinderspiel für mich jeden einzelnen von euch umzulegen,
aber stattdessen würde ich gerne einen kleinen Tausch anbieten. Dein
Sohn gegen euer Schiff.“
Anführer: „Einen Tausch. Glaubst du allen Ernstes, du könntest es
allein gegen uns alle aufnehmen?“
Sykes: „Ich bin nicht allein.“
Sohn: „Sie sind zu dritt!“
Sykes: „Danke. Jetzt reden wir. Ruhe jetzt! Ich habe Scharfschützen,
die auf mich aufpassen, ansonsten bin ich zu ziemlich grausamen
Dingen in der Lage. Deshalb schlage ich halbwegs friedlich vor, dass
wir kein Blut vergießen und diese Situation gewaltfrei lösen.“
Anführer: „Willst du mich verarschen?“
Sykes: „Nein. Das ist mein Ernst. Dein Sohn gegen euer Schiff, dann
können wir alle nachhause gehen.“
Der Sohn des Anführers fängt an sich heftig zu bewegen und versucht
sich von Sykes loszureißen, in diesem Augenblick eröffnen die
Plünderer zögerlich das Feuer. Dylan ist schnell genug, sich über den
Rücken seiner Geisel zu rollen und ihn herumzuwerfen. Die Schüsse
treffen ausschließlich den Sohn, welcher gerade als Schutzschild
ausgenutzt wird. Zeitgleich eröffnen Miranda und Kyra aus ihren
Scharfschützenstellungen das Feuer. Ein Plünderer nach dem anderen
wird getroffen, wobei Dylan unverzüglich in den Nahkampf übergeht.
Er nutzt seine beliebte Kombination von Katana und Pistole. Er tanzt
regelrecht kämpferisch um seine Gegner herum, während diese von
Schüssen getroffen oder als Schutzschild genutzt werden. Zügig färbt
sich der Schnee unter ihnen rot. Es kommt zu einer kurzen
Feuerpause, welche Miranda und Kyra dazu nutzen, mit den
Motorrädern zum Kampfplatz zu fahren. Während Dylan sich gegen
mehrere Gegner behauptet, beteiligen sich die beiden im Kampf. Von
den Sitzen der Motorräder schwingen sie ihre Schwerter, wobei sie
durch die Gruppen von Plünderern fahren. So lange, bis keiner von
ihnen mehr steht. Sei es durch eine Verletzung, Bewusstlosigkeit oder
Tod. Im Alleingang haben die drei die Besatzung eines ganzen
Schiffes besiegt. Etwa 30 Männer und Frauen einer gesuchten
Plünderer-Gruppe.
Hades: „Das lief ja nicht ganz nach Plan.“
Miranda: „Nun … war das die Win-win-Situation, von der du
gesprochen hast?“
Sykes: „Nicht ganz. So bekommen wir wenigstens das Schiff und das
Kopfgeld gleich dazu.“