Pathfinder - Welten des Schattens
Hunter: „Da ist sie. Die Trident.“
Javis: „Alles dunkel. Ich sehe kein einziges Licht.“
Hunter: „Ich empfange keinerlei Signale. Es sind auch alle Zugänge
geschlossen. Alle Hangartore und Andockringe sind verriegelt.“
Murphy: „Ein Vakuumunfall vielleicht?“
Raven: „Möglich. Es könnte allerdings auch etwas Anderes sein.“
Sev: „Vielleicht haben unsere diebischen Freunde sich auch einfach
selbstständig gemacht und wollten das Schiff entführen.“
Rees: „Oder wurden entführt.“
Raven: „Was auch immer da los ist, hat wohl nicht geklappt.“
Murphy: „Sollen wir uns aufteilen, um das Schiff zu erkunden?“
Rees: „Das ist ein verfluchtes Geisterschiff. Du musst wahnsinnig
sein, da alleine durchzulaufen.“
Raven: „Rees hat recht. Wir wissen nicht, was darin passiert ist, und
ich will nicht, dass das endet wie in einem Horrorfilm. Wir bleiben
definitiv zusammen.“
Murphy: „Gut. Wie ist der Plan?“
Raven: „Wir nehmen ein Shuttle. Nur das Raptor-Team, Patton und
zwei weitere freiwillige Soldaten. Dann schauen wir, dass wir den
Seitenhangar irgendwie öffnen können. Rüstet euch aus und rechnet
mit allem! In 20 Minuten starten wir.“
In exakt 20 Minuten hebt das Shuttle mit seinen schwerbewaffneten
Insassen ab und verlässt den Hangar. Die Raptors sind voll ausgerüstet
und sogar Patton trägt seinen neuen schwarzen EC-Anzug. Im Cockpit
sitzt Varis Faision, einer der Kampfpiloten der Black-Arrow.
Raven: „Alle Helme auf und Anzüge versiegelt?“
Das ganze Team gibt grünes Licht.
Raven: „Okay. Faision? Tür öffnen!“
Faision: „Alles klar, dann dreh ich euch mal die Luft ab.“
Während der Druck im Shuttle ausgeglichen und damit ein Vakuum
erzeugt wird, gibt Rees krächzende Geräusche von sich.
Rees: „Ugggh. Ahhhh. Ohhgg. Ha ha, war nur Spaß.“
Sev: „Du Idiot! Muss der Kerl unbedingt dabei sein?“
Das Shuttle schwebt vor dem geschlossenen Hangartor der Trident.
Die Seitentür öffnet sich und offenbart den Blick auf das dunkle
Schiff. Raven und Murphy verlassen das Shuttle und fliegen mit Hilfe
der Schubdüsen an ihren Anzügen durch die Schwerelosigkeit an die
Außenkonsolen, wo sie die Notfallcodes eingeben.
Murphy: „Die Codes funktionieren. Wir kommen rein.“
Das Hangartor öffnet sich langsam, so lange, bis genug Platz ist, um
mit dem Shuttle zu landen. Der erste Eindruck des Teams scheint noch
keine Besorgnis auszulösen.
Murphy: „Der Hangar scheint leer und intakt zu sein. Keine Spur von
Plünderern, Avaras Rettungstrupp oder sonst jemandem.“
Die Raptors schauen sich ein wenig im Hangar um, wobei sie an der
Eingangstür eine beunruhigende Entdeckung machen.
Rees: „Da hat jemand etwas an die Wand gesprüht. Da steht: Kommt
nicht rein! Bleibt draußen!“
Patton: „Vielleicht eine Warnung.“
Sev: „Vor was? Schießwütigen Schiffsdieben?“
Rees: „Folgen wir der Anweisung?“
Raven: „Murphy, öffne die Tür!“
Murphy geht an die Türsteuerung und untersucht diese.
Murphy: „Der Notstrom ist an.“
Raven: „Bekommst du die Tür auf?“
Murphy: „Mit den Zugangs- und Notfallcodes bekomme ich jede Tür
auf, vorausgesetzt, sie ist intakt.“
Rees: „Wenn nicht, öffne ich die Türen.“
Die Tür öffnet sich tatsächlich und führt in einen finsteren Gang. Es
ist so dunkel, dass das Team die Helmlampen an den Anzügen
einschalten muss.
Raven: „Ziemlich dunkel für Notstrom.“
Murphy: „Vielleicht gab es eine Überspannung, die die Lampen hat
durchbrennen lassen.“
Sev: „Geht das überhaupt?“
Murphy: „Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.“
Raven: „Wir werden es herausfinden. Patton? Du bleibst mit den
anderen beim Shuttle. Falls nötig, fordern wir euch per Funk an.“
Patton: „Verstanden, Commander. Ich bin ausnahmsweise froh
darüber, nicht mit reinzumüssen.“
Sev: „Das könnte sich ja jederzeit ändern.“
Raven: „Machen wir uns auf den Weg zur Brücke, schauen uns um
und sichern, falls nötig, den Flugschreiber.“
Das Team betritt die dunklen Korridore. Ihnen fällt dabei auf, dass die
Funkverbindung von nun an immer schlechter wird.
Raven: „Was ist denn da los? Ich empfange die Black-Arrow nicht
mehr.“
Murphy: „Ich auch nicht. Das ist seltsam.“
Raven geht einige Schritte zurück zum Hangar. Er sieht von dort aus,
wie sein Schiff immer noch an derselben Stelle schwebt. Auch das
Funksignal ist wieder da.
Raven: (Funkt) „Javis? Hört ihr mich?“
Javis: (Per Funk) „Leichte Interferenzen. Gerade eben hatten wir kein
Signal.“
Raven: „Ich weiß nicht wieso, aber es scheint so, als können wir nur
auf Sichtkontakt funken.“
Javis: (Per Funk) „Das dürfte sich schwierig gestalten, wenn ihr in
dem Schiff seid. Ein Störsender vielleicht?“
Raven: „Wissen wir noch nicht. Das würde allerdings für eine
versuchte Entführung sprechen.“
Javis: (Per Funk) „Also an unserem Schiff liegt es nicht. Hier sind alle
Systeme okay.“
Raven: „Dann werden wir für diesen Einsatz ohne euch auskommen
müssen. Fliegt vielleicht ein paarmal um das Schiff und schaut, ob ihr
etwas entdecken könnt.“
Javis: (Per Funk) „Machen wir. Passt da drin auf euch auf!“
Raven geht zurück in den Korridor und betrachtet sein wartendes
Team.
Rees: „Mir gefällt das nicht.“
Raven: „Keinem gefällt das. Gehen wir weiter.“
Gemeinsam unter gegenseitige Sicherung laufen sie tiefer in das
Schiff hinein. Ihnen fällt auf, dass je weiter sie in das Schiff
vordringen, die Schäden umso mehr zunehmen. Es liegen Rohre,
Leitungen und Kabel auf dem Boden. Darunter auch ganze
Abdeckplatten von der Decke und den Wänden. In diesem Chaos
finden sie auch zahlreiche Einschusslöcher sowie Brandspuren.
Sev: „Sieht aus, als hätte es hier heftige Kämpfe gegeben.“
Rees: „Vielleicht doch ein versuchter Überfall.“
Ihnen fallen einige Blutspuren auf dem Boden auf. Je weiter sie den
dunklen Korridoren folgen, umso mehr Blut verteilt sich über den
Boden und über die Wände. Darunter sogar ganze Handabdrücke.
Murphy: „Das ist eine Menge Blut. Wo sind die Leichen?“
Sev: „Sieht teilweise nach Schleifspuren aus. Jemand hat sie
anscheinend entsorgt.“
Die dunklen Gänge des Schiffes hinterlassen eine unangenehme Stille.
Das Team leuchtet jede Ecke mit ihren Taschenlampen aus und bleibt
dicht beieinander. Jeder von ihnen ist in diesem Augenblick ziemlich
angespannt. Schließlich weiß niemand, was in dieser Dunkelheit auf
sie wartet.
Sev: „Es ist so ruhig. Nicht mal ein Summen.“
Murphy: „Vielleicht ist der Reaktor heruntergefahren.“
Das Geräusch von knarrendem Metall hallt plötzlich durch das Schiff.
Rees: (Erschreckt) „Verdammt! Wie war das nochmal mit dem
Horrorfilm?“
Raven: „Bleibt konzentriert. Es gibt für alles eine logische Erklärung.
Geister sind das sicher nicht.“
Sev: „Bist du dir da 100 % sicher?“
Raven: „99.“
Trümmerteile einer eingestürzten Decke versperren ihnen den Weg.
Murphy: „Das wäre der Weg zur Brücke gewesen.“
Raven: „Dann müssen wir uns einen neuen suchen.“
Raven öffnet eine holografische Karte des Schiffes. Was sie sehen,
gefällt ihnen nicht.
Sev: „Sehe ich das richtig? Wir müssen auf die andere Seite des
Schiffes?“
Rees: „Na, ganz toll. Noch tiefer rein.“
Unweigerlich geht es weiter durch die finsteren Korridore. Das immer
häufiger auftretende Geräusch von knarrendem Metall inmitten
bedrohlicher Stille zerrt dabei an ihren Nerven.
Rees: „Verdammt. Hört ihr das?“
Murphy: „Was hören wir?“
Rees: „Dieses ... Sag nicht, dass ich mir das nur einbilde!“
Raven: „Was denn?“
Rees: „Dieses Kratzen in der Wand. Sobald ich ein paar Schritte gehe,
scheint es mich zu verfolgen und wenn ich stehenbleibe, hört es auf.“
Sev: „Das soll wohl wieder ein Witz sein.“
Rees: „Über so eine Scheiße mache ich keine Witze.“
Sie gehen einige Meter und Raven hört tatsächlich ein leises Kratzen,
welches sie verfolgt. Bis dieses Geräusch plötzlich verschwindet.
Sev: „Da hat jemand wieder etwas an die Wand geschrieben. Mit Blut,
wie es aussieht. Was für ein Klischee.“
Murphy: „Gefallene Engel. Was soll das bedeuten?“
Sev: „Vielleicht wurde die Besatzung verrückt.“
Rees: „Ein Haufen Psychopathen wäre mir lieber als andere Dinge.“
Sie gelangen immer tiefer in das Schiff, wo sich ihnen eine neue
Überraschung bietet.
Murphy: „Oh Mann, mir wird gerade ganz komisch. Hat sich die
Schwerkraft verändert?“
Raven: „Das hat sie. Sie ist stärker geworden.“
Sev: „Ein Defekt?“
Murphy: „Normalerweise fällt die künstliche Gravitation bei einem
Defekt komplett aus.“
Rees: „Wie weit ist es noch zur Brücke?“
Raven: „Pssst. Seid leise. Da ist irgendetwas.“
Schlagartig bleibt das Team stehen und sichert sich mit den Waffen im
Anschlag.
Raven: (Flüstert) „Schalldämpfer einschalten.“
Langsam und vorsichtig rückt das Team weiter vor und folgt mit dem
Lichtkegel ihrer Lampen einer getrockneten Blutspur. Am Ende dieser
Spur entdeckt das Team eine verwesende Leiche. Diese ist
vollkommen verstümmelt und der gesamte Brustkorb steht hervor, als
hätte man ihn aufgerissen. Die Lichtkegel der Lampen richten sich
weiter in die Tiefe des Ganges, wo das Geräusch von unregelmäßigen
Schritten und schwerem Atmen entgegenkommt.