Dunkelheit und andere Unwägbarkeiten
Der Mann blickte mit zusammengekniffenen Augen durch die schmutzige Windschutzscheibe und drosselte die Geschwindigkeit des Wagens. Wirbelnder Sand erschwerte die Sicht immer mehr. Das
Fahrzeug, das er erst seit kurzer Zeit benutzte und das ihm noch nicht vertraut war, lief ruhig und der leistungsstarke Motor ließ das Chassis leicht vibrieren. Ein weiterer Windstoß blies Büsche quer
über die Fahrbahn und ließ den Mann grinsen. Die Straße vor ihm führte meilenweit geradeaus und die Anzahl der Autos, die ihm entgegengekommen waren, seit er die letzte kleine Ortschaft vor ungefähr dreißig Meilen hinter sich gelassen hatte, konnte er an einer Hand abzählen.
Im Rückspiegel erkannte der Mann ein rasch näherkommendes Auto. Mit der rechten Hand griff er in die Innentasche seiner Jacke, zog die Beretta 92 heraus und legte sie auf den Beifahrersitz. Da er
unterhalb der erlaubten Höchstgeschwindigkeit fuhr, hatte der hinter ihm fahrende Wagen ihn schnell erreicht. Mit einem Blick in den Rückspiegel konnte er erkennen, dass in dem Wagen ebenfalls ein einzelner Mann saß. Dieser war mittleren Alters und winkte ihm zu. Gleichzeitig schien er die Hupe zu betätigen, was bei dem Wind und den geschlossenen Fenstern kaum wahrnehmbar war. Auf jeden Fall war das Ziel des Fahrers aufgrund der Gesten eindeutig: Der Vorausfahrende sollte seinen Wagen stoppen. Er überlegte einige Sekunden und sah sich den Fahrer im Rückspiegel etwas genauer an. Eine dunkle Brille mit dicken Gläsern ließ auf Grund der Spiegelung
keinen Blick auf seine Augen zu; die Halbglatze und das weiße kurzärmlige Hemd mit der schlecht gebundenen Krawatte ließen ihn auf einen Vertreter oder Ähnliches schließen.