Im Keller des Ghouls
Mit zitternden, blutverkrusteten Fingern drückte Ian West die Wohnungstür ins Schloss. Geistesabwesend drehte er den Schlüssel zweimal um und ließ ihn entgegen seiner Gewohnheit im Schloss stecken. Achtlos ließ er seine Jacke auf den Teppich mit den verblassten Farben fallen und schlurfte mit schweren Beinen ins Wohnzimmer.
Zuerst musste er etwas trinken! West ging zu dem Sekretär in der Ecke des Raumes, in dem sich eine kleine Bar befand, und griff nach der Flasche mit den beiden Hunden auf dem Etikett. Das Glas klirrte, als er an die Flasche stieß, denn sein Körper hatte sich noch immer nicht beruhigt. Mühsam
balancierte er die Öffnung über dem Glas und verschüttete doch mehr, als ihm lieb war. Mit einem Zug schickte er den Inhalt die Kehle hinunter und sofort breitete sich die wohlige Wärme in seinem Magen aus. Er schenkte sich erneut ein Glas ein, das er diesmal zur Hälfte verschüttete, und hoffte inständig, dass die goldene Flüssigkeit die Kälte in seinen Eingeweiden vertreiben und ihn die schrecklichen Ereignisse des Nachmittags vergessen lassen würde. Mit immer noch zitternden Händen, die er nicht unter Kontrolle zu haben schien, trank er erneut alles in einem Zug, ohne dem Whisky Gelegenheit zu geben, sein köstliches Aroma zu entfalten. Er stellte das Glas achtlos auf die Bar, ging ein paar Schritte, machte kehrt, schnappte sich die Flasche und schlurfte zu der Ecke mit dem Tischchen und dem Sessel. Seufzend ließ er sich in die Polster fallen.
Vier Stunden waren vergangen, seit er seinen besten Freund in der Leichenhalle der Polizei identifiziert hatte! Viel Zeit, um über das Geschehene nachzudenken. Und darüber, warum die Polizei so offensichtlich kein Interesse daran hatte, seinen Tod aufzuklären, sondern ihn als eine Art Unfall abtun wollte.