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Ulrich Gilga

Das Grauen aus dem Bild

Kapitel 1

Die Kerzen erhellten nur spärlich den Raum, den der Mann in ein Atelier umfunktioniert hatte. Aber das störte ihn nicht. Er hätte seine Kunstwerke auch in völliger Dunkelheit schaffen können, schließlich war es, als würde seine Hand von etwas geführt. Er war nur das Werkzeug von etwas Größerem. Und darauf war er stolz.
Noch ein paar Pinselstriche, und er hätte den ersten Teil der Abmachung erfüllt. Inzwischen hatte er sich sogar an die Augen gewöhnt, an die stechenden Blicke, die ihn verfolgten. Beurteilten oder überwachten sie, was er machte? Es war ihm egal, er war loyal in allem, was er tat. Und er wollte seinen Lohn, da hätte es keinen Sinn gehabt, etwas zu ändern oder gar sich zu widersetzen.
Der Mann legte den Pinsel auf die Ablage der Staffelei, nahm eine Kerze und betrachtete im flackernden Schein sein neuestes Werk. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er war zufrieden. Genau so sollte es aussehen.
Und als er ins Bad ging, um sich die Farbe von den Fingern zu waschen, folgte ihm ein weiteres neugieriges Augenpaar.