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Christina Marie Huhn

Kántarellas Lichtgestalten

Ausschnitt aus Kapitel »Perspektivwechsel«

Ehe ich mich versah, befanden wir uns an Deck seines Boots. Er legte ab und stakte mit einer langen Stange aus der Bucht heraus. Den Staken verbarg er danach in einer eigens dafür abgestimmten Kuhle des Bootsmastes und entrollte das Segel. Er hieß mich zu ducken, damit mir der Mastbaum nicht gegen den Kopf schlug, und brachte es in den Wind.
Der volle Duft des Meeres nach Salz und Algen traf mich. Ich atmete tief ein. Gischt spritzte zu mir hoch und benetzte mich, denn wir befanden uns fast direkt über dem Wasser. Ich fand das Gefühl herrlich und aufregend. Es hatte etwas von Freiheit an sich, einer Freiheit, wie ich sie nie erfahren hatte. Unbändige Lebensfreude wallte in mir auf. Ich lachte leise.