Anderwelt Ardor
»Warte, H’Leni.« Q’Vila holte mich ein.
Es war verblüffend, welche Vielfalt mein Name in Ardor barg.
»Ich werde dich vermissen«, sagte sie sanft.
»Ich dich auch.«
Wir standen uns gegenüber und sahen uns gegenseitig in die Augen.
»Noch nie habe ich jemanden wie dich kennengelernt«, wisperte sie. »Alle um mich herum wollen stark und mutig sein und erwarten, dass ich es ebenfalls bin. Du hingegen zeigst offen deine Furcht, zeigst, wie verwundbar du bist. Gerade das erweckt meine Bewunderung. Du trägst keine Mauer um dich, hinter der du dich versteckst, wenn du verstehst, was ich meine. Ich möchte dir danken, dass ich heute keinen Wehrlosen getötet habe. Allein die Möglichkeit, dass ich es hätte tun können, hat mir meinen Frieden zurückgebracht.«
Ich schaute sie nur an, mir fehlten die Worte.
Plötzlich legte sie ihre Hände an meine Wangen, zog mich zu sich heran und küsste mich innig auf den Mund. Im ersten Moment wusste ich überhaupt nicht, was ich tun sollte.