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Wilfried Hildebrandt

Wer nicht fährt, der fliegt

Gibraltar

Nach einigen Tagen Baden und Faulenzen hatten wir wieder Lust da­rauf, Neues zu entdecken. Deshalb starteten wir eines Morgens in Richtung Gibraltar. Wir wussten nicht viel darüber, außer dass es sich um eine britische Enklave in Spanien handelte, um die es immer wieder Ärger zwischen Spanien und dem Vereinigten Königreich gab. Wir waren neugierig auf diesen südlichsten Zipfel Europas.
Gibraltar war etwa 35 Kilometer entfernt von Costa Natura und so dau­erte es nicht lange, bis wir uns in La Linea in eine lange Schlange von Autos einreihten, die alle nach Gibraltar hineinwollten. Uns schien es, als ob es gar nicht voranging. Nach einer Weile hörten wir ein Flugzeug starten, danach kam die Kolonne wieder in Bewegung.
Wir wurden an vergangene Zeiten erinnert, als wir noch an Grenz­übergängen anstehen mussten. Gibraltar war landseitig von einem Zaun umgeben und es gab nur einen einzigen Übergang. Überall sah man Plaka­te an diesem Zaun, auf denen gegen diese Abschottung protestiert wurde.
Irgendwann waren wir dann am Kontrollpunkt und wurden durchge­winkt, da wir wohl wie harmlose Touristen aussahen, die wir ja auch waren.
Kurios war, dass man, um in die Stadt zu gelangen, zuerst die Start- und Landebahn des Flughafens überqueren musste. Um Zusammenstöße zwischen Autos und Flugzeugen zu verhindern, gab es eine Schranke, die dann bei Bedarf heruntergelassen wurde, sodass die Autos warten mussten, wie am Bahnübergang, wenn ein Zug kommt. Da wohl eben ein Flugzeug gestartet war, hatte es offenbar wegen der geschlossenen Schranke einen Rückstau bis nach Spanien gegeben.