Er war stets bemüht
Nachdem der Glasbläser sich wieder einmal geweigert hatte, sah sich Dr. Marder zum wiederholten Mal genötigt, die Gasflaschen nebst Brenner und Schläuchen in sein Labor zu holen. Dann stellte er sich auf Lothars Bürostuhl und begann, eines der Glasrohre einer Versuchsanlage zu erhitzen, um es in eine andere Richtung biegen zu können. Lothar fragte ihn, ob das nicht gefährlich sei, denn in den Röhren befand sich reiner Wasserstoff. Dr. Marder lachte nur mitleidig über diese dumme Frage und erklärte dem Unwissenden, dass die Gefahr einer Knallgasexplosion nur dann bestünde, wenn Wasserstoff und Sauerstoff zusammenträfen, was er selbstverständlich bei seiner Arbeit verhindern würde.
Trotzdem ging Lothar während des Glasblasens lieber aus dem Labor auf den Gang hinaus, was von Dr. Marder mit höhnischem Lachen quittiert wurde. Während er die Tür hinter sich schloss, suchte er sich vorsorglich schon mal einen Fluchtweg und schnappte sich einen Feuerlöscher, für den Fall, dass es zu einem Brand kommen sollte.
Es dauerte gar nicht lange, da krachte es tatsächlich ganz gewaltig im Labor. Als Lothar die Tür vorsichtig einen Spalt weit öffnete, sah er Dr. Marder ziemlich bedeppert auf dem Stuhl stehen, den Brenner in der Hand, aber die Apparatur, an der er gerade gearbeitet hatte, lag pulverisiert im ganzen Labor verteilt. Ihm war anscheinend außer einem Schreck und vielleicht einem Knalltrauma nichts passiert und er begann sofort zu erklären, warum es zu dieser Explosion gekommen war. Er endete mit dem Satz „Da wirkte eben wieder das Gesetz von der maximalen Sauerei“, dann stieg er vom Stuhl.