Die Besserwisser von Isoland
Um alle notwendigen Untersuchungen und Messungen durchführen zu können, besaß der Fachbereich Meeresbiologie der Universität ein Laboratorium am Südufer der Insel. Die besten Forschungsergebnisse konnte man dort bei Nacht erzielen, da weder das Sonnenlicht noch die Bugwellen vorbeifahrender Sportboote die Messungen beeinflussten. Aus diesem Grund hielt sich Albert unzählige Nächte in diesem Labor auf und viele seiner Studentinnen und Studenten schlossen sich ihm gerne an. So verbrachten sie gemeinsam viele Nachtstunden, um die verschiedenen Parameter des Wassers aufzunehmen.
Eine auffällig hübsche blonde Studentin war ganz besonders eifrig und leistete dem Professor jede Nacht Gesellschaft beim Forschen und Messen. Wenn die übrigen Studenten übermüdet das Labor verließen, blieb sie noch da, sodass er oft mit ihr alleine war. Sie war sehr schlank, was sie äußerst zerbrechlich wirken ließ, und sie fror ständig, wenn es in der Nacht kühl wurde. Deshalb ließ sich Albert gelegentlich dazu hinreißen, sie in den Arm zu nehmen, um sie zu wärmen. Das verstand sie wohl völlig falsch, denn sie schmiegte sich immer mehr an ihn und wie es nicht anders zu erwarten war, kam es bald zu Zärtlichkeiten zwischen ihnen.
Albert hätte zwar schwören können, dass die Initiative dazu von ihr ausgegangen war, aber er wusste genau, dass er es nicht gedurft hätte, denn schließlich war er ihr Lehrer, aber trotzdem konnte er der Versuchung nicht widerstehen. Sie war einfach ein enormer Kontrast zu Malaika, was nicht nur die Hautfarbe betraf, sondern auch die Figur, denn Malaika war eine Frau, die man mit dem Begriff „kurvig“ recht gut beschreiben konnte. Eigentlich liebte Albert diese Üppigkeit seiner Frau, aber bei der Studentin lockte ihn plötzlich deren schlanke Gestalt. Er erklärte sich das damit, dass der Mensch nun mal die Abwechslung liebt – besonders der Mann.