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S.Sagenroth

Monsieur Lucile und die Suche nach dem Glück

Paris

„Pa­ris!!!« Bei ih­rer An­kunft am spä­ten Nach­mit­tag johl­ten sie al­le gleich­zei­tig. Fie­te, Fre­de­ric und Lui­sa, da sie noch nie hier wa­ren und Oma El­sa, weil sie ei­ne nost­al­gi­sche Wie­der­se­hens­freu­de pack­te. Zag­haf­te Son­nen­strah­len spen­de­ten ih­rem Ein­tref­fen einen zu­sätz­li­chen Glanz. Fast konn­te man glau­ben, die Stadt hät­te sich auf ih­ren Be­such vor­be­rei­tet. Fie­te steu­er­te das Ta­xi un­er­schüt­ter­lich mit­ten durch den brau­sen­den Stadt­ver­kehr, als wä­re es ei­ne Har­ley, was bei Lui­sa und Fre­de­ric zeit­wei­se zu Schnap­pat­mung führ­te, El­sa je­doch nicht da­von ab­hielt, ihm stän­dig Er­klä­run­gen und An­wei­sun­gen zu den Se­hens­wür­dig­kei­ten zu ge­ben. Sie hiel­ten mal hier und mal dort am Stra­ßen­rand an, wäh­rend Oma in ei­nem zer­fled­der­ten Stadt­plan blät­ter­te, der min­des­tens wohl so alt war wie der Fo­to­ap­pa­rat. Auch Fre­de­rics Be­den­ken, ob er noch ganz ak­tu­ell wä­re, wehr­te sie mit ei­ner Hand­be­we­gung ab. »Den Eif­fel­turm gibt es je­den­falls noch.« Und ge­nau da woll­te Oma hin.
Als sie das be­ein­dru­cken­de Pa­ri­ser Wahr­zei­chen er­reich­ten, nahm El­sa ih­ren al­ten Fo­to­ap­pa­rat her­aus und bat Fie­te dar­um, an den Stra­ßen­rand zu fah­ren, völ­lig vor­schrifts­wid­rig und zum Ent­set­zen der an­de­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer. Doch das Hu­pen schi­en sie nicht zu stö­ren. Statt­des­sen rich­te­te sie in plötz­lich er­kenn­bar erns­tem Ton­fall ih­re Wor­te an die drei Mit­rei­sen­den.
»Seid ihr be­reit für ei­ne klei­ne Zeit­rei­se?«
Fie­te lach­te auf. »Ja, im­mer doch! Bit­te zu­rück in die Acht­zi­ger. Da war ich jung und schön.«
Oma sah Fie­te prü­fend an. »Die Acht­zi­ger hät­test du ger­ne. Mer­ke ich mir. Erst ein­mal hat­te ich vor, euch et­was an­de­res zu zei­gen …« Sie räus­per­te sich. »Lui­sa, mein Schatz. Ich hat­te et­was Sor­ge, dass du es dir an­ders über­le­gen könn­test. Da­her ha­be ich dich nicht so ganz in mei­ne Plä­ne ein­ge­weiht. Aber das hier könn­te ei­ne wirk­lich be­son­de­re Rei­se wer­den und uns al­len gut­tun.“