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S.Sagenroth

Alle Jahre wieder mit Elvis

Prolog

„Blin­kende Lich­ter spie­gelten sich zu­sammen mit den Regen­trop­fen im Schau­fens­ter und tanz­ten über die Schmuck­stücke und Uhren in der Aus­lage. Von draußen schall­te Weih­nachts­musik und das Ge­bimmel eines Kinder­karus­sells herein. Ge­läch­ter und lautes Stim­men­gewirr er­füll­ten die Straße und dran­gen trotz ver­schlos­sener Tür in den leeren Ge­schäfts­raum.
Feier­abend. Schon seit einer Stunde. Er sah un­gedul­dig zur Uhr und schau­te dann auf sein Smart­phone, prüfte den Nach­rich­ten­ein­gang.
Sollte er noch länger warten? Er sah in diesem Ge­spräch so­wieso keinen Sinn. Da gab es nichts mehr zu be­spre­chen. Er würde seine Mei­nung nicht ändern. Ver­ärgert stand er auf, nahm den bereit­geleg­ten Mantel, seinen Schal und Hut von der Arm­lehne, zog sich an und er­griff seine Tasche. Wie jeden Abend prüfte er noch­mals die Kasse und die Aus­lagen, rückte ein paar Preis­schil­der zu­recht und schob dann den Sessel wieder an den klei­nen Tisch in der Ecke. Ein letz­ter Blick in den halb ver­dun­kelten Laden­raum, dann schloss er die Tür auf, trat hinaus, um sie zügig hinter sich wieder zu ver­rie­geln. Eine un­an­ge­nehme Nass­kälte ließ ihn frös­teln. Zum Glück hatte wenigs­tens der Regen mitt­ler­weile auf­gehört. Er klapp­te den Mantel­kragen hoch, um dann mit eili­gen Schrit­ten die Straße hi­nunter­zu­gehen. Ohne weiter den Men­schen Be­ach­tung zu schen­ken, die ihm ent­gegen­kamen. Wäh­rend sie den Abend bei einem Glüh­wein und in Ge­sell­schaft ver­brin­gen würden, wollte er nur noch auf dem schnells­ten Wege nach Hause. Seine Ruhe haben.
Hier blieb er weit­gehend von dem Trubel und Lärm der Stadt ver­schont, wenn­gleich er nur wenige hun­dert Meter ent­fernt wohnte. Er nä­herte sich dem Haus, blieb dann stehen und schau­te irri­tiert zu den er­leuch­teten Fens­tern empor. Hatte er in der Mit­tags­pause das Licht an­ge­macht und ver­gessen, es aus­zu­schal­ten?
Eine Katze husch­te dicht an ihm vorbei, um dann in der an­gren­zenden Gasse wieder schnell zu ver­schwin­den. Kopf­schüt­telnd nahm er den Schlüs­sel­bund aus seiner Mantel­tasche, öff­nete die Haus­tür und trat in den dunk­len Flur …“