Geheimnisse und Magie der Druiden: Die Frühlingsbotschaft
“Um euer Gehirn ein wenig zu trainieren, beginnen wir mit einem Rätsel unsere heutige Lehrstunde. Hört genau zu:
Ich bin das kostbarste Gut,
aber sogar ein Bettler besitzt mich.
Meine Entstehung dauert lange,
aber ich kann schnell zerstört werden.
Ich bin in der Luft, auf der Erde, im Wasser
und ich habe unzählige Formen.
Nun, wer weiß es?” Keine Antwort. Auch Ida überlegt, aber so schnell fällt auch ihr keine Lösung ein. Gespannt wartet sie, ob jemand eine Antwort weiß. Doch nichts rührt sich. Es herrscht Stille. Nach einer Weile, in der Ida nur Schritte gehört hat, die sie dem Druiden zuordnet, meldet sich dieser erneut zu Wort. “Offenbar kennt keiner von euch die Antwort. Dann vertröste ich mich auf morgen. Bis morgen habt ihr also Zeit, euch die Lösung dieses Rätsels zu überlegen. Wir machen weiter mit dem nächsten Fest, was es zu organisieren gilt. Wer weiß, auf welches Fest wir uns vorbereiten müssen?” Da vernimmt Ida die Stimme ihres Bruders Fynn: “Imbolc. ” “Geht es auch etwas ausführlicher, Fynn oder ist das alles, was du weißt?” Fynn räuspert sich: “Es ist das erste Fest in unserem Jahreskreis. Der Zeitpunkt ist beweglich und richtet sich nach dem Mond. Meist feiern wir es vom Abend des ersten bis zum Abend des zweiten Februar. Gefeiert werden der Ausklang des Winters und die Rückkehr des Lichts. Geweiht ist es der Göttin Brigid. Sie überbringt uns das Licht und schenkt uns neue Inspirationen. Wir bekommen die Kraft, neue Pläne zu machen und Altes loszulassen.” “Sehr gut, Fynn”, unterbricht ihn da der Druide. Aidan mach bitte weiter.” Jetzt hört Ida eine etwas piepsige Stimme: “Die Natur erwacht, weil unsere Göttin Brigid sie zu neuem Leben erweckt, obwohl eigentlich noch Winter ist. Der Samen ist bereits in der Erde und wartet darauf, von der Wärme der Sonne und des Lichts geweckt zu werden. Unsere Tage werden wieder länger, weil der Sonnengott wiedergeboren wird. Somit müssen wir uns von der Schwere des Winters reinigen, um neu beginnen zu können. Im Winter mussten wir auf vieles verzichten, doch jetzt kommt wieder die Fülle in unser Leben.” “Colin, jetzt bist du an der Reihe.” Eine etwas raue Stimme antwortet: “Imbolc ist das Fest der Hoffnung auf einen Neubeginn und des Lichts. Genau im Februar liegt die Zeit des Übergangs vom Winter in den Frühling. Es wird wieder wärmer, aber der Winter ist noch nicht vorbei. Oft wehen starke Stürme und ein Wintergewitter bricht über uns herein. Die Bäume werfen ihre morschen Äste ab und auch die letzten welken Blätter fallen. Jetzt kann der Frühling Einzug halten.” Jetzt ergreift wieder der Druide das Wort: “Ihr wisst schon eine ganze Menge. Imbolc ist das Fest, während dem wir uns rituell von der Strenge des Winters reinigen. Das beginnt in unseren Häusern, indem wir dort aufräumen und säubern. Erst wenn das geschehen ist, dürfen wir unsere Göttin Brigid anrufen, damit sie in den nächsten zwölf Monaten unsere Häuser und das Dorf beschützt. Wir vertreiben also den Winter, reinigen unsere Häuser, suchen Visionen für das neue Jahr und unsere Ausrichtung. Imbolc ist das Fest unserer Göttin Brigid, der Göttin des Lichts und des Feuers. Sie ist die Beschützerin der Dichter, der Heiler, der Familien, der Geburt, der Schmiede und der Fruchtbarkeit. Damit die Felder beschützt sind, flechten wir Puppen und Kreuze aus Stroh und bringen diese als Opfer dar. Die Göttin Brigid ist die Mutter der Götter. Vergesst das nie. Sie kann das Eis des Winters zum Schmelzen brin-gen und die gefrorene Erde wärmen. Nachdem sie auch über die Schmiede wacht, wo das Eisen geformt wird, hat sie auch ein Auge auf alle Pläne und Vorhaben, die ab Imbolc geschmiedet werden. Alles, was jetzt reift, erhalten wir im Herbst als Ernte. Vertraut euch unserer Göttin an, dann werdet ihr sehen, dass sie in euch die Intuition, das innere Feuer und die Leidenschaft entfacht. Sie wird dafür sorgen, dass das Feuer im Ofen nie ausgeht. Sie vertreibt mit den wärmenden Sonnenstrahlen den Winter und öffnet dem Frühling das Tor mit der Schlüsselblume. Wer weiß denn, mit welchen Kräutern wir die Reinigung unterstützen können?” Nichts rührt sich. Ida, die es weiß, darf nichts sagen.