DAS LEBENSHAUS - Band 4 - X-MAS Buch
Dienstag, 15.12.2026
Klar gab es schon die ganzen Tage selbst gebackene Plätzchen.
Viele Rezepte waren bereits ausprobiert und gebacken worden.
Doch für den Weihnachtsmarkt brauchten wir eine Menge davon.
Also ran an die Schüsseln.
Dieser Tag stand unter dem Motto:
Bringen wir heute unsere Backöfen zum Glühen …
Auch dafür gab es ein Planungsteam.
Sie hatten überlegt, welche Sorten gebacken werden sollten, wie viel von jeder Sorte gebraucht wurde und wie viele Tüten notwendig waren. Und natürlich auch, wer diese besorgte, um die Plätzchen später abzupacken.
Wieder mit dabei war die Küchenleitung.
Sie kümmerte sich um den Einkauf der Zutaten und darum, dass die notwendigen Angaben später auf den Tüten standen.
Aber eine andere Frage musste ebenfalls geklärt werden:
Wer sollte diese Mengen eigentlich backen?
Jeden Morgen fand im Lebenshaus die Bewegungsgruppe statt.
Schon lange nahmen daran nicht nur Bewohner teil. Auch einige Menschen aus dem Dorf kamen regelmäßig dazu.
Als dort erzählt worden war, was für den Weihnachtsmarkt geplant war und vor allem, welche Mengen an Plätzchen dafür gebraucht wurden, hatte es nicht lange gedauert.
„Da helfen wir.“
Ganz so einfach war es dann allerdings doch nicht.
Wer bei der Herstellung der Plätzchen für den Verkauf mithelfen wollte, musste vorher wissen, worauf beim Umgang mit Lebensmitteln zu achten war.
Also war eine entsprechende Unterweisung nach den HACCP-Grundsätzen organisiert worden.
Acht aus der Bewegungsgruppe hatten daran teilgenommen.
Nicht etwa, weil sie plötzlich eine neue berufliche Laufbahn in der Großproduktion von Weihnachtsplätzchen anstrebten.
Sie wollten einfach helfen.
Und so standen an diesem Dienstagmorgen acht zusätzliche Helfer aus dem Dorf vor der Küche des Lebenshauses.
Dazu kamen Bewohner und Mitarbeiter.
Die Küchenleitung hatte längst einen Plan gemacht, wer wo helfen konnte.
Schließlich sollten sich nicht zwanzig Menschen gleichzeitig um eine Schüssel versammeln und anschließend behaupten, sie hätten gemeinsam Plätzchen gebacken.
Es gab Arbeitsplätze.
Aufgaben.
Und genügend Platz.
Zumindest hofften sie das.
Und nun war es so weit.
Die Rezepte und Mengen standen auf einzelnen Zetteln.
Sie hatten sich für fünf Sorten entschieden und gestern schon den Spritzgebäckteig vorbereitet, damit er durchkühlen konnte.
Ganz wie früher war der mit der Hand gemacht worden.
Das Rezept dafür war alt.
Sehr alt sogar.
Oben auf dem Zettel stand:
Spritzgebäck von Oma Tik Tack
Natürlich hatte die Frau nicht wirklich so geheißen.
Oma Tik Tack war die Oma von Herrn K.
Das ist der, der die Bombe hatte platzen lassen …
In ihrem Wohnzimmer hatte früher eine große Kuckucksuhr gehangen.
Eine von denen, die man nicht überhören konnte.
Vor allem das Ticken nicht.
Tik Tack.
Tik Tack.
Tik Tack.
Als die Kinder noch klein waren, hatten sie dieses Geräusch ständig nachgemacht, wenn sie bei ihrer Oma zu Besuch waren.
Irgendwann war aus Oma einfach Oma Tik Tack geworden.
Die Kinder waren inzwischen längst erwachsen.
Die Kuckucksuhr gab es nicht mehr.
Und auch Oma Tik Tack lebte schon viele Jahre nicht mehr.
Aber ihr Spritzgebäckrezept gab es noch.
375 Gramm Butter,
250 Gramm Zucker,
zwei Päckchen Vanillezucker,
eine große Prise Salz,
250 Gramm Mehl,
250 Gramm Mondamin und
125 Gramm gemahlene Mandeln.
Und darunter stand nicht etwa:
Alles in die Küchenmaschine geben.
Nein.
Das Mehl kam auf den Tisch.
In die Mitte wurde eine Mulde gedrückt.
Dort hinein kamen die Zutaten.
Die weiche, aber auf keinen Fall flüssige Butter wurde in Stücken darauf verteilt.
Und dann?
Hände rein.
Kneten.
So lange, bis aus allem eine dicke Kugel geformt werden konnte.
Genauso hatten sie es gestern gemacht.
Allerdings nicht einmal.
Und auch nicht zweimal.
Wer auf die Idee gekommen war, auszurechnen, wie oft man Oma Tik Tacks Rezept brauchte, wenn am Ende ungefähr 40 Kilogramm Spritzgebäck für den Weihnachtsmarkt herauskommen sollten, ließ sich nicht mehr feststellen.
Vielleicht wollte es inzwischen auch einfach niemand mehr gewesen sein.
Jedenfalls hatten am Ende große Teigkugeln im Kühlraum gelegen und dort die Nacht verbracht.
Heute Morgen standen dafür fünf Fleischwölfe bereit.
Auch die waren nicht einfach so vom Himmel gefallen.
Nachdem klar gewesen war, dass das Spritzgebäck genauso hergestellt werden sollte wie früher, hatte sich herumgesprochen, dass Fleischwölfe gesucht wurden.
Fünf Stück hatten sich gefunden.
Harald hatte sich bereits in der vergangenen Woche darum gekümmert, wo sie befestigt werden konnten.
Schließlich nützten fünf Fleischwölfe überhaupt nichts, wenn man nur einen davon irgendwo festschrauben konnte.
Nun standen alle fünf sicher an ihren Plätzen.
Die ersten Stücke wurden von den großen, kalten Teigkugeln abgeschnitten und verteilt.
Einer füllte den Fleischwolf.
Einer drehte.
Der Nächste nahm vorne die langen Teigstränge entgegen.
Andere formten daraus Kringel, Stangen und S und legten sie auf die Bleche.
Und davon gab es reichlich.
Der große Brötchenofen in der Küche konnte einundzwanzig Bleche gleichzeitig aufnehmen.
Heute würde er zeigen müssen, was er konnte.
„Wie viel wollen wir eigentlich insgesamt backen?“, fragte jemand, während bereits das nächste Stück Teig im Fleischwolf verschwand.
Die Küchenleitung schaute auf einen der Zettel.
„Von allen fünf Sorten zusammen?“
„Ja.“
„Ungefähr zweihundert Kilo.“
Für einen Moment hörte man nur das Drehen der Fleischwölfe.
„Zweihundert Kilo Plätzchen?“
„Wir haben zwei Tage Weihnachtsmarkt.“
„Trotzdem.“
„Wir haben auch fünfzig Bewohner, Mitarbeiter, Familien, Vereine, das Dorf und hoffentlich jede Menge Besucher.“
Der Fleischwolf wurde weitergedreht.
„Na dann.“
Und schon kam der nächste Streifen von Oma Tik Tacks Spritzgebäck vorne heraus.
Tik Tack.
Tik Tack.
Tik Tack.
Während an den fünf Fleischwölfen Oma Tik Tacks Spritzgebäck unaufhörlich auf die Bleche wanderte, war an den anderen Tischen längst die nächste Produktion angelaufen.
Spitzbuben
Auch dafür hatte das Planungsteam vorher gerechnet.
Und gerechnet.
Und noch mal gerechnet.
Am Ende standen ungefähr 40 Kilogramm Spitzbuben auf dem Plan.
Was sich zunächst gar nicht so schlimm anhörte.
Bis jemand ausgerechnet hatte, dass dafür ungefähr 1.760 einzelne Plätzchen ausgestochen werden mussten.
Denn ein Spitzbube bestand schließlich aus zwei Teilen.
Einem Unterteil.
Und einem Oberteil.
Und damit man später auch sehen konnte, welche Marmelade sich dazwischen befand, brauchte das Oberteil natürlich noch ein Loch.
„Eintausendsiebenhundertsechzig?“
„Ungefähr.“
„Und die stechen wir alle einzeln aus?“
„Nein, wir bitten sie freundlich, sich selbst auszustechen.“
Das Problem war damit allerdings nicht gelöst.
Also wurde auch hier eine kleine Produktionsstraße eingerichtet.
Der Teig wurde ausgerollt.
Die Ersten stachen die Unterteile aus.
Die Nächsten kümmerten sich um die Oberteile und deren Löcher.
Wieder andere sammelten die Teigreste ein, kneteten sie zusammen und rollten sie erneut aus.
Blech um Blech füllte sich.
Und der große Brötchenofen bekam kaum Gelegenheit, darüber nachzudenken, dass er eigentlich einmal für Brötchen angeschafft worden war.
Nach dem Backen mussten die Spitzbuben vollständig auskühlen.
Dann kam die Marmelade.
Unterteile hinlegen.
Marmelade darauf.
Oberteil daraufsetzen.
Puderzucker darüber.
Fertig.
Zumindest theoretisch.
In der Praxis sahen längst nicht alle Spitzbuben so aus, als wären sie aus derselben Backstube gekommen.
Bei dem einen saß das Loch genau in der Mitte.
Beim nächsten eher nicht.
Einer hatte zu viel Marmelade erwischt, die beim Zusammensetzen an den Seiten herausquoll.
Und wieder einer war so großzügig mit Puderzucker bestäubt worden, dass von seinem Loch kaum noch etwas zu erkennen war.
„Die verkaufen wir aber schon?“
„Natürlich.“
„Die sehen unterschiedlich aus.“
„Wir sehen auch unterschiedlich aus.“
Damit war auch diese Frage geklärt.
Und spätestens beim zweihundertsten Spitzbuben interessierte sowieso niemanden mehr, ob das Loch einen Millimeter zu weit links saß.
Hauptsache, Ober- und Unterteil fanden zueinander.
Bei fast neunhundert Paaren war das schließlich schon eine Leistung.
Wer nun glaubte, die Spitzbuben wären mit ihren fast neunhundert Paaren die größte Geduldsprobe dieses Tages, hatte den Zettel mit den Vanillekipferln noch nicht gesehen.
Auch sie gehörten zu den fünf ausgewählten Sorten.
Ungefähr 35 Kilogramm sollten es werden.
„Wie viele sind das?“
Diese Frage hätte besser niemand gestellt.
Auf dem Rezept standen 60 Stück.
Das Planungsteam hatte gerechnet.
Und kam auf ungefähr 2.400 Vanillekipferl.
„Zweitausendvierhundert?“
„Ja.“
„Die müssen aber alle einzeln geformt werden.“
„Ja.“
„Mit der Hand?“
„Nein. Wir haben eine Vanillekipferlformmaschine im Keller.“
Ein hoffnungsvoller Blick.
„Wirklich?“
„Nein.“
Also Hände waschen und los.
Der vorbereitete Teig wurde portionsweise verteilt und schon bald rollten überall kleine Teigstücke zwischen den Händen hin und her.
Rollen.
Biegen.
Ablegen.
Rollen.
Biegen.
Ablegen.
Es dauerte nicht lange, bis die ersten Diskussionen darüber entstanden, wie ein richtiges Vanillekipferl überhaupt auszusehen hatte.
„Deins ist zu dick.“
„Deins ist zu dünn.“
„Das da ist kein Kipferl. Das ist eine Banane.“
„Dann kaufst du es nachher.“
Damit war auch das geklärt.
Auf den Blechen lagen bald dicke Kipferl neben dünnen.
Große neben kleinen.
Sehr ordentlich gebogene neben solchen, bei denen man mit etwas Fantasie zumindest erkennen konnte, was sie einmal hatten werden sollen.
Aussortiert wurde deshalb noch lange nichts.
Schließlich schmeckte ein nicht ganz perfektes Vanillekipferl nicht weniger nach Vanille.
Nach dem Backen kam der Teil, bei dem plötzlich alle wieder sehr vorsichtig wurden.
Die noch warmen Kipferl mussten in einer Mischung aus Puderzucker und Bourbon-Vanillezucker gewälzt werden.
Nicht zu heiß.
Nicht zu kalt.
Und vor allem nicht mit zu viel Begeisterung.
Denn das erste Kipferl zerbrach bereits beim Wenden.
„Kaputt.“
„Dann können wir das nicht verkaufen.“
Kurze Stille.
„Schade.“
Noch bevor jemand widersprechen konnte, war es in einem Mund verschwunden.
Damit war gleichzeitig geklärt, was an diesem Tag mit der Ausschussware passieren würde.
Bei 2.400 Vanillekipferln konnte schließlich immer mal etwas schiefgehen.
Eine der fünf Sorten war an diesem Morgen sogar schon fertig.
Die Anisplätzchen
Nicht, weil irgendjemand besonders schnell gewesen war.
Sondern weil das Planungsteam bei dieser Sorte rechtzeitig festgestellt hatte, dass sie sich nicht einfach am großen Backtag nebenbei herstellen ließ.
Anisplätzchen brauchten Zeit.
Nachdem die Masse hergestellt und in kleinen Tupfen auf die vorbereiteten Bleche gesetzt worden war, mussten sie erst einmal trocknen, bevor sie gebacken werden konnten.
Und dann gab es da noch ein kleines logistisches Problem.
Im Lebenshaus gab es zwei Backwagen.
Einer davon wurde jeden Abend für die Brötchen des nächsten Morgens vorbereitet.
Der war also tabu.
Schließlich konnte man schlecht zweihundert Kilogramm Plätzchen für den Weihnachtsmarkt planen und dafür am nächsten Morgen fünfzig Bewohner ohne Brötchen dastehen lassen.
Blieb ein Backwagen.
Also hatte die Produktion der Anisplätzchen schon einige Tage vor dem großen Backtag begonnen.
Am Morgen wurden die kleinen Tupfen auf die vorbereiteten Bleche gesetzt und anschließend in den Backwagen geschoben.
Dort standen sie im Küchennebenraum und durften in aller Ruhe trocknen.
Am späten Nachmittag wurden sie gebacken.
Danach auskühlen lassen und ab damit in die großen Kunststoffboxen.
Der Wagen war wieder frei.
Am nächsten Morgen begann das Ganze von vorne.
So war es einige Tage gegangen.
Inzwischen standen die fertigen Anisplätzchen gut verschlossen in ihren Boxen und warteten auf den Weihnachtsmarkt.
Natürlich waren nicht alle dort angekommen.
„Qualitätskontrolle“, hatte Herr K. behauptet, nachdem er mit einem Anisplätzchen in der Hand erwischt worden war.
„Und?“
Er biss noch einmal ab.
„Die können wir verkaufen.“
„Das hast du gestern auch schon gesagt.“
„Man muss regelmäßig kontrollieren.“
Damit war zumindest geklärt, warum bei der Planung ein bisschen mehr gebacken worden war, als eigentlich gebraucht wurde.
Blieb noch die fünfte Sorte.
Kokosmakronen
Nach Fleischwölfen, fast neunhundert Spitzbubenpaaren, zweitausendvierhundert Vanillekipferln und den schon seit Tagen nebenher produzierten Anisplätzchen klang das geradezu erholsam.
Eiweiß.
Puderzucker.
Kokosraspeln.
Ein bisschen Aroma.
Oblaten.
Was sollte da schon schiefgehen?
„Wie viele?“
Inzwischen hatte man gelernt, diese Frage besser nicht mehr zu stellen.
Jemand stellte sie trotzdem.
Ein Blick auf den Zettel.
„Etwas über zweitausend.“
„Natürlich.“
Mehr gab es dazu offenbar nicht mehr zu sagen.
Also wurden Oblaten ausgelegt.
Viele Oblaten.
Sehr viele Oblaten.
Vierzig Millimeter Durchmesser hatte jede einzelne.
Nach den ersten hundert sahen sie noch ganz niedlich aus.
Nach fünfhundert nicht mehr.
Die Kokosmasse wurde hergestellt und auf mehrere Schüsseln verteilt.
Dann begann auch hier die Arbeitsteilung.
Oblaten auslegen.
Masse daraufsetzen.
Blech weiterreichen.
Nächstes.
Und nächstes.
Und noch eins.
„Ich dachte, Kokosmakronen wären einfach.“
„Sind sie doch.“
„Wir haben gerade zweitausend davon vor uns.“
„Aber einfache.“
Das Argument ließ sich nicht von der Hand weisen.
Der große Brötchenofen bekam die nächsten Bleche und inzwischen roch es im Lebenshaus nach Butter, Vanille, Mandeln, Anis und Kokos.
Eigentlich roch das gesamte Haus nach Weihnachtsbäckerei.
Und vermutlich inzwischen auch ein Teil des Dorfes.
Irgendwann stand jemand mit klebrigen Fingern vor der Schüssel und betrachtete die Kokosmasse.
„Darf man die eigentlich roh probieren?“
„Da ist rohes Eiweiß drin.“
Die Hand blieb stehen.
„Dann warte ich.“
Offenbar hatte die Unterweisung doch etwas gebracht.
Ein paar Minuten später kam das erste Blech aus dem Ofen.
„Jetzt?“
„Jetzt.“
Damit war auch bei den Kokosmakronen die Qualitätskontrolle eröffnet.
Während in der Küche noch gebacken, gerollt, ausgestochen und durch Fleischwölfe gedreht wurde, hatte an anderer Stelle längst die nächste Arbeit begonnen.
Verpacken
Schließlich mussten die zweihundert Kilogramm Plätzchen nicht nur gebacken werden.
Sie sollten auf dem Weihnachtsmarkt auch verkauft werden können.
Den Anfang machten die Anisplätzchen.
Die waren bereits fertig, vollständig ausgekühlt und standen in den großen Kunststoffboxen bereit.
An einem langen Tisch saßen Bewohner, Mitarbeiter und Helfer.
Vor ihnen standen Waagen, die vorbereiteten Tüten und die Etiketten.
250 Gramm.
Abwiegen.
Tüte verschließen.
Etikett darauf.
Nächste.
Was einfach klang, beschäftigte die Ersten allerdings länger als gedacht.
„257.“
„Dann nimm einen raus.“
„243.“
„Dann wieder einen rein.“
„257.“
„Dann lass ihn drin.“
Damit war die erste inoffizielle Toleranzregel des Tages beschlossen.
Nach und nach kamen die weiteren Sorten dazu.
Was fertig gebacken und vollständig ausgekühlt war, wanderte entweder in die großen Kunststoffboxen oder direkt weiter zur Verpackungsgruppe.
Nur mit den Spitzbuben und Vanillekipferln ging man etwas vorsichtiger um.
„Wir verkaufen Plätzchen und keine Brösel.“
Auch das stand irgendwann als Regel fest.
Bis zum Abend waren bereits erstaunlich viele der 250 Gramm Tüten fertig und standen sortiert in Kartons.
Die großen Ein Kilo Mischungen fehlten allerdings noch.
Dafür brauchten sie alle fünf Sorten.
Und irgendwann an diesem Abend sah jemand auf die restlichen Boxen, die leeren Tüten, die Waagen und die Menschen, die seit Stunden gebacken, gewogen, geklebt und getragen hatten.
„Die Ein Kilo Tüten machen wir morgen?“
Niemand widersprach.
„Morgen.“
Dann fiel der Blick auf die Schüsseln mit den Eigelben, die bei den Kokosmakronen übrig geblieben waren.
„Und was machen wir eigentlich damit?“
„Eierpunsch.“
Kurze Stille.
„Auch morgen?“
„Auch morgen.“
Damit war der Mittwoch eigentlich schon verplant.