Die Magie der Rauhnächte für Kinder
Am nächsten Tag kommt Lisa aufgebracht aus der Schule. Wütend schmeißt sie ihre Schultasche in die Ecke im Flur. Dann geht sie in die Küche. Die Arme hat sie vor ihrer Brust verschränkt. Ihre Mutter, die gerade den Geschirrspüler ausräumt, schaut sie erwartungsvoll an.
“Na Lisa, wie war es in der Schule?”
“Dieser blöde Timmi”, poltert Lisa los. “Er hat mich ausgelacht.”
“Ausgelacht, einfach so?”
“Nein, ich habe ihm das mit den Wünschen erzählt, weil er mein bester Freund ist. Er hat mich ausgelacht und gesagt, dass ich abergläubisch bin.”
“Timmi weiß es nicht besser, Lisa. Nicht jeder Mensch kann mit Wissen, Bräuchen und Ritualen aus alten Zeiten etwas anfangen. Lass ihn einfach.”
“Was ist eigentlich Aberglaube?”
“Es ist schon lange her Lisa, da hat man Menschen, die an heilige Bäume, alte Bräuche der Kelten, Amulette und Magie glauben, ganz allgemein als schlechte Menschen angesehen, die dumm und töricht sind.”
Jetzt wird Lisa wieder wütend. “Ich bin nicht dumm. Mit Timmi rede ich kein Wort mehr. Was sind Kelten?" Lisa schwirrt schon der Kopf von den vielen neuen Begriffen. Doch sie will alles wissen.
“Die Kelten?” Lisa’s Mama muss kurz nachdenken. “Die lebten vor uns hier in Europa. In der Eisenzeit. Es war ein Volk, welches hoch entwickelt war und sehr sozial. Zumindest hat das die Wissenschaft herausgefunden. Gäbe es sie heute noch, würden sie im Süden Deutschlands, am Rhein und in der Schweiz leben. Auch in der Türkei wären sie zu finden. Ich glaube, sie kamen ursprünglich aus Irland, England und dem Norden Frankreichs, aber das ist schon viele tausende Jahre her. Du kennst sie aus Filmen wie etwa “Asterix und Obelix”. Das waren Gallier und die gehörten zu den Kelten. Ja, und die Kelten glaubten eben an die Natur und verehrten ihre Naturgötter. Manchmal waren ihre Gottheiten ein Baum oder eine Quelle. Sie lebten mit den Zyklen der Natur, aber dumm waren sie nicht.”