Die Magie der Rauhnächte für Kinder
Lisa hat ihr Wünscheglas mit glitzernden Sternen beklebt und auch ihr Traumtagebuch ist fertig. Sie will gerade beides in ihr Zimmer tragen, als sich die Tür öffnet und ihr Vater hereinkommt. “Hallo meine hübsche Tochter. Was hast du denn da?”, begrüßt sie ihr Vater. “Das sind mein Wünscheglas und mein Traumtagebuch Papa”, gibt Lisa zurück und hält ihm eine Wange für einen Begrüßungskuss hin. Ihr Vater kommt der wortlosen Aufforderung nach und drückt ihr einen leichten Kuss auf die Wange. “Wünscheglas und Traumtagebuch?”, murmelt er dann leise vor sich hin. Bevor er etwas fragen kann, hilft ihm Lisa schon auf die Sprünge: "Na, für die Rauhnächte Papa. Du kommst für das Wünschen zu spät, aber du kannst am Silvestertag Zettel an den Baum draußen hängen. Das gilt auch noch.” Der Vater weiß nicht, was er sagen soll, so überrascht ist er. “Das hast du von Mama?” Lisa nickt. Dann flüstert sie leise: “Ich habe Mama erwischt, wie sie ihre Wünsche notiert hat. Jetzt mache ich das auch und das Tollste daran, ich muss heute noch einmal aufräumen und dann habe ich zwölf Tage lang Ruhe. Ich finde es toll.” Erstaunt schaut sie ihr Vater an. “Du räumst freiwillig auf?” “Ja, damit das nächste Jahr glücklich wird. Ich habe ja zwölf Tage Pause. Man darf nämlich nicht arbeiten während der Rauhnächte. Dann wird es unangenehm.” “So, so”, gibt der Vater mit einem Stirnrunzeln zurück. “Ich denke, ich muss ein Wort mit deiner Mutter reden.” “Mach das Papa, ich muss aufräumen. Mama hat gesagt, dass es in einer Stunde Abendbrot gibt. Ich habe nicht mehr viel Zeit.” Dann dreht sie sich um, schmeißt ihren Kopf in den Nacken und geht erhobenen Hauptes in ihr Zimmer. Verwundert schaut ihr Vater ihr nach.