Bösartig
Ich setzte mich vor die Bar, an einen leeren Straßentisch und winkte einem Kellner, der zügig und lautstark einen Nachbartisch abräumte.
»Ey du da, bring mir mal die Weinkarte, aber zack, zack!«, brüllte ich und zündete mir genüsslich eine weitere Zigarette an. Der Ober warf mir einen erbosten Blick zu. Lange schaute ich durchs Fenster und beobachtete das Pärchen.
Beide hielten Händchen, saßen eng beisammen und lächelten sich die ganze Zeit an. Ich fühlte mich wie ein verdammter Fernsehzuschauer, der sich eine kitschige Seifenoper ansieht. Lässig pustete ich den Rauch aus und griff in meine Manteltasche.
Ich zog einen kleinen Block mit Stift raus und fing an, schnell Notizen zu machen. Einen kurzen Moment lang überlegte ich, mein Blick schweifte in die Ferne. Mit einem vergnügten Grinsen schrieb ich als letzten Satz: Die Schlampe muss sterben!