Blutrünstig
Die verletzte Frau antwortete mit schmerzverzerrtem Gesicht: »Ich habe auf dem Sofa gesessen und gewartet, dass mein Mann von der Arbeit kommt. Er leidet an paranoider Schizophrenie. Seit kurzem hält er mich wieder für eine Agentin. Roberto hat mich in den letzten Tagen oft verbal bedroht, heute nun mit einer Waffe. Die Vorhänge an den Fenstern hielt er für meine Kollegen. Er schubste mich brutal zu Boden und hielt mich mit der Pistole in Schach. Ich wusste nicht, dass er seine Medikamente abgesetzt hat. Er war hervorragend eingestellt und wir konnten fast ein ganz normales Leben führen.«
Der Polizist machte sich Notizen. »Wir brauchen noch einige persönliche Daten. Möglicherweise wird Ihr Mann in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Er ist eine Gefahr für sich und andere. Fast hätte er Sie getötet. Da hat nicht viel gefehlt!«
»Ich heiße Carla Alvarez, mein Mann Roberto. Wir haben einen Sohn, Bernardo. Entschuldigung, ich muss jetzt zu ihm, er ist total verängstigt.« Verstört stand sie auf und verließ leicht humpelnd das Zimmer. Roberto schreckte wie aus einer Trance auf und sah ihr finster hinterher. Kurz darauf begann er hysterisch zu kichern, gefolgt von einem breiten Grinsen. Ein Gedanke jagte durch sein Gehirn: Das nächste Mal bist du dran!