Die geheimnisvolle Matroschka
Die zweite Matroschka stand nun geschlossen neben der kleinsten Puppe. Nur noch fünf Märchenfiguren waren im Zimmer verblieben. Die Kerze flackerte ruhig vor sich hin, während draußen der Wind durch die dunkle Nacht strich. Anja atmete langsam erleichtert aus. Koschtje war verschwunden. Väterchen Frost und Snegurotschka ebenfalls. Doch vor der Baba Jaga hatte sie noch immer Angst.
Die alte Hexe stand mitten im Zimmer und stützte sich auf ihren krummen Besen. Ihr zerzaustes Haar lugte wirr unter dem roten Kopftuch hervor. Das kleine Haus auf Hühnerbeinen scharrte unruhig mit seinen Krallen über den Boden.
„Nun bist du an der Reihe“, sagte Iwan Zarewitsch ernst.
Baba Jaga verzog sofort das Gesicht. „Ich gehe nicht zurück in diese enge Holzkiste.“
Buratino verschränkte die Arme. „Die Regeln gelten für alle.“
„Für mich nicht“, knurrte ihn die Baba Jaga an.
Kolobok kullerte näher an sie heran. „Du hast doch zugestimmt.“
Die Hexe schnaubte laut. „Damals war ich noch bei guter Laune.“
Anja zog die Decke etwas höher. Am liebsten hätte sie Baba Jaga sofort verschwinden lassen. Die Hexe wirkte wild, unberechenbar und Wassilissa trat langsam vor. „Wenn du kein Märchen erzählen willst“, sagte sie ruhig, „können wir dich auch ohne Wettstreit zurück in die Puppe stecken.“
Baba Jaga riss empört die Augen auf. „Ihr würdet es wagen?“
viel gefährlicher als die anderen. Wassilissa trat langsam vor. „Wenn du kein Märchen erzählen willst“, sagte sie ruhig, „können wir dich auch ohne Wettstreit zurück in die Puppe stecken.“ Baba Jaga riss empört die Augen auf. „Ihr würdet es wagen?“ Iwan Zarewitsch zog langsam sein Schwert. „Wenn wir alle zusammenhalten“, sagte er ernst, „schaffen wir es.“ Buratino nickte sofort. Kolobok hüpfte entschlossen auf und ab. Sogar das Haus auf Hühnerbeinen wich ein kleines Stück zurück.
Anja spürte plötzlich Hoffnung. Zum ersten Mal wirkte Baba Jaga unsicher.
Die Hexe blickte von einem zum anderen. Dann murmelte die Alte missmutig: „Na schön.“
Anja atmete erleichtert auf.
Baba Jaga setzte sich knurrend in ihren Mörser. „Aber mein Märchen ist viel besser als eure langweiligen Geschichten.“
„Das werden wir sehen“, sagte Buratino grinsend.
Die Hexe funkelte ihn böse an. Dann begann sie zu erzählen. „Tief im dunkelsten Wald stand mein Haus auf Hühnerbeinen.“ Das kleine Häuschen nickte stolz. „Die Menschen fürchteten sich vor mir.“ Baba Jaga grinste schief. „Sie erzählten sich schreckliche Geschichten. Manche behaupteten sogar, ich würde Kinder fressen.“
Kolobok rückte vorsichtshalber etwas weiter weg.
„Doch nur wenige kannten die Wahrheit“, sagte Baba Jaga leiser.