Falsches Spiel
Lydia brachte den Chardonnay. Es war kurz nach zwölf Uhr mittags, Dr. Rob Brettschneider und Marc Fröhse saßen im kleinen Besprechungszimmer der Kanzlei von Brettschneider. Rob nickte Lydia dan-kend zu, als sie das Glas vor ihm hinstellte. „Der Typ hat was drauf, schau ihn Dir an“, bedeutete er Marc, während dieser an seinem Espresso nippte. „Gut zu hören“, konstatierte Marc trocken.
„Marc, wir brauchen jemanden, der Ideen für ein adäquates Wachstum der run GmbH liefert“, setzte Brettschneider nach. Die Mitgesellschafter gehen mir wegen der ungenügenden Performance auf die Ner-ven.“ „So schlecht ist die Performance nicht“, wehrte sich Fröhse, „wir liegen sowohl bei der Bottom-Line-Marge wie auch im Rohertrag im Durchschnitt der Branche.“ „Das ist doch Augenwischerei, Marc“, setzte Brettschneider nach, „außerdem wäre das für uns auch kein Maßstab. Wir investieren in Spitzen-leistung. Das liefert ihr nicht ab.“
„Und was hast Du vor?“
Brettschneider wollte ein Zeichen setzen. Die Fir-ma lief nicht nach seinen Vorstellungen, das Lamen-tieren war er leid.
„Mein Vorschlag ist“, fuhr er fort, „Tom Hardy wird Generalbevollmächtigter für die Geschäftsent-wicklung der run GmbH.“
„Das ist nicht Dein Ernst, so ein Titel ist doch von Vorgestern“, entgegnete Marc aufgebracht.
„Wir müssen disruptiv denken, Marc. Der Titel sichert ihm den Respekt der Mannschaft, Aufmerk-samkeit und Wertschätzung bei Kunden und Geschäftspartnern.