Die Schuldigen Bd. 3
Dass der Portier vor Morgengrauen durchruft, passiert zum ersten Mal. Sofort hellwach sehen wir uns irritiert an. Ana ergreift den Telefonhörer. »Ja«, sagt sie und sieht eine Sekunde später zu mir. »Schicken Sie ihn hoch.« Sie legt auf. »Howard.«
Ein seltsames Gefühl breitet sich in meinem Magen aus, als ich mich auf die Bettkante setze und nach den Boxershorts und einem Unterhemd angle. Was treibt ihn zu dieser Zeit hierher? »Schlaf noch etwas.« Ein Kuss auf Anas Stirn, bevor ich das Schlafzimmer verlasse.
Als ich die Wohnungstür öffne, ertönt der Plington vom Lift. Mit mafiatypisch ausdruckslosem Gesicht kommt Howard auf mich zu und tritt wortlos in das Apartment.
»Was gibt es?«, frage ich, als er weiterhin stumm bleibt.
»Gieß uns was zu trinken ein.«
Seine Grabesstimme ängstigt mich. »Ist was mit Louisa?«
»Ihr geht es gut.«
An der Bar fülle ich zwei Gläser, reiche ihm eines. »Rede endlich!«
Howard leert den Drink in einem Zug und bei mir fahren die Gedanken Achterbahn, während ich meinen unschlüssig in der Hand halte. Erst vor ein paar Stunden haben wir uns im Leguan getrennt.
»Die Insel wurde angegriffen.«