Die Schuldigen Bd. 3
»Was ist der Grund für diesen Überfall, Howard? Ich komme mir in meinem eigenen Haus wie ein Gefangener vor.« Der Blick meines Schwiegervaters wandert zu Andrey, der an der Tür Stellung bezogen hat.
Ich weihe ihn in die Intrigen seiner Brut ein. »Seien wir mal ehrlich, das muss ich mir nicht geben. In der Vergangenheit habe ich eine Menge unternommen, um diese Familie zu unterstützen. Und was ist der Dank? Dass man mich betrügt, hintergeht und alle Bemühungen sabotiert. Wie würdest du reagieren, Francesco?«
»Wo sind meine Kinder?«
Ich höre die eigentliche Frage heraus. »Sie leben. Nicoletta ist in Miami und Elia im Krankenhaus.« Ich erwarte, dass er sich nach dem Grund für Letzteres erkundigt, doch das passiert nicht.
»Was hast du vor?«
»Kannst du dir das nicht denken?« Meine Stimme klingt müde. Ich habe zwei Tage nicht geschlafen und spüre allmählich, dass das Adrenalin, das unaufhörlich durch den Körper rauscht, nicht länger darüber hinwegtäuscht.
»Für mich an deiner Stelle käme nur ein Takeover infrage.«
Ich presse die Lippen aufeinander und nicke verhalten. Es erleichtert, dass er schlau genug ist, um darin den einzig denkbaren Weg zu erkennen.
»Habe ich eine Wahl?«
»Die hat man immer«, entgegne ich kalt. »Du kannst dich weigern. In dem Fall lasse ich mich scheiden und jeder erfährt, dass deine Tochter eine Hure ist. Und unser Deal ist selbstredend Geschichte.«