Die Schuldigen Bd. 4
Wir wurden angegriffen und die Lage lässt sich bestenfalls als bescheiden beschreiben. Sie haben uns im Schlaf überrumpelt und es macht mich fertig, nicht zu wissen, ob Howard lebt. Er ist derjenige, den zu beschützen ich geschworen habe, und da ist so viel mehr. An dieses Mehr darf ich nicht denken. Im Vordergrund steht, eine Strategie zu entwickeln, was schwierig ist, wenn man das Ausmaß des Gaus nicht kennt.
Ich sehe zu Andrey, der wütend wirkt, obwohl er sich bemüht, Gelassenheit zur Schau zu stellen.
Drei Männer bewachen uns. Führen uns in Richtung Villa. Ob diese das Ziel ist, weiß ich nicht. Falls ja, wartet dort sicher Verstärkung, was im Umkehrschluss bedeutet, dass dieser Fußmarsch die beste Gelegenheit bietet, um uns zu befreien. Womöglich sogar die Einzige. Ich traue mir zu, mit den drei Schwarzen fertigzuwerden. Nicht wegen ihrer Hautfarbe, sondern weil ich sie beobachte und gemerkt habe, dass es keine Soldaten sind. Sie beziehen ihre Stärke vor allem von den halbautomatischen Waffen, die sie bei sich tragen. Desert Eagle Pistolen, die erst letztes Jahr auf den Markt kamen.
Um am selben Strang zu ziehen, versuche ich, stumm mit Andrey zu kommunizieren, bezweifle dabei, dass er meine Bemühungen registriert. Falls wir überleben, muss ich mit Howard reden. Diese Bodyguards mögen als Personenschützer zurechtkommen, in einem Krieg wie diesem besitzen sie nicht den Hauch einer Chance. Wenn er es zulässt, werde ich mich darum kümmern, dass sich das künftig ändert.