Die Schuldigen Bd. 4
»Mr. Duarte, wir kennen uns noch nicht persönlich.«
Ein Blick über die Schulter. »Mr. Di Stefano.« Mir bleibt auch nichts erspart. Da wir unsere Waffen abgeben mussten, ist es nicht möglich, die Beretta sprechen zu lassen. Beim Anblick seines Lächelns gefriert mir das Gesicht zur starren Maske. Er hat seinen Sohn geschickt, um meine Familie zu beseitigen, und macht hier allen Ernstes auf Small Talk.
»Sie sind aber auch vom Pech verfolgt.« Ich möchte ihm das schmierige Grinsen aus der Fresse schlagen. Balle die Hand in der Hosentasche zur Faust. »Danke, meinem Sohn geht es inzwischen besser.« Wenn es Remo betrifft, gelingt mir der sanfte Ton selbst in dieser Situation.
»Davon spreche ich nicht.«
Mierda, wie konnte ich annehmen, er besäße einen Hauch Empathie. Aber worauf spielt er dann an?
»Hat Ihr …? Wie benennen Sie sich innerhalb der Familie? Bruder? Adoptivbruder? Bastard?«
Ich kann ein Fauchen nicht unterdrücken. »Howard ist mein Bruder.«
»Aber er hat Sie nicht informiert?«
Wovon, zum Teufel spricht er? »Mein Bruder verbirgt nichts Nennenswertes vor mir. Nur sollten Sie wissen, dass ich gern Geschäftliches und Privates trenne. Das hier ist eine wirklich exquisite Feier, die keine Störung verdient. Oder sind Sie anderer Meinung, Mr. Di Stefano?« Wo steckt Howard? Und was verheimlicht er?