Die Schuldigen Bd. 5
Ohne Zögern wähle ich die 911.
»Wie kann ich helfen?«
»Ein Mann wurde im Bella Italia an der Mulberry Street angeschossen. Die Kugel traf ihn am Oberkörper, er hat Atemprobleme, ist aber bei Bewusstsein.«
»Befindet sich der Täter noch vor Ort?«
»Nein.«
»Bleiben Sie, wo Sie sind. Ich schicke Polizei und Krankenwagen.«
Ich hänge den Hörer ein und schaue nach Francesco. Er ist bleich und atmet unregelmäßig.
»Halten Sie durch.« Ich bin nicht sicher, ob er meine Worte erfasst. Spreche trotzdem weiter. »Gleich kommt Hilfe. Und die Cops. Sie sollten mich hier nicht antreffen.«
»Ho… Howard.«
Glaubt er, Howard sei in Gefahr? Da könnte er verdammt recht haben. Unser Pate ist logischerweise das nächste Opfer. Der Angriff auf den alten Gallo ergibt nur Sinn, sofern Elia in dieser Nacht die Herrschaft über die Familie an sich reißen will.
Mir bleibt keine Zeit zu verschenken. »Ich muss los.«
Beim Betreten des Gastraumes spiegelt sich im Fenster zur Straßenseite rotblaues Licht. Es stammt von einem direkt vor der Tür parkenden Polizeiwagen. Die dazugehörigen Beamten treten in dieser Minute in das Restaurant.
Verdammt, wieso sind die derart fix hier? Und wo bleibt der Krankenwagen?
»Wo wollen Sie denn so eilig hin?« Einer der Cops versperrt mir den Weg.