Echo of a Silenced Song
Welche Farbe die dunklen Augen hatten, die sie über den Schankraum hinweg fixierten, war im gedämpften Licht der Taverne unmöglich zu sagen. Gefährlich blitzten sie unter seiner nur leicht zurückgeschobenen Kapuze hervor.
Eine Gänsehaut lief ihr über den Rücken und ein unbändiger Drang, so schnell wie möglich aus der Reichweite dieses fremden Mannes zu gelangen, ergriff von ihr Besitz. Doch sie konnte ihren Blick nicht von ihm lösen. Wie gebannt starrte sie ihn an, musterte sein halb von Schatten verborgenes Gesicht. Eine markante, aber dennoch fein gezeichnete Nase, die Andeutung scharfer Konturen an Kinn und Wangenknochen und Lippen, die zu einer unnachgiebigen Linie zusammengepresst waren.
Ihre Haut begann zu kribbeln, und dieses ihr nur allzu vertraute Gefühl riss sie aus ihrer Starre. Abrupt drehte sie der geheimnisvollen Gestalt den Rücken zu, trat an die Theke und beglich ihre Schulden beim Wirt. Anschließend bahnte sie sich einen Weg durch das dichte Gedränge, dem Ausgang entgegen.
Die ganze Zeit über begleitete sie das unbehagliche Gefühl, beobachtet zu werden. So konnte sie nicht widerstehen, sich an der Tür noch einmal umzusehen. Beinahe sofort kollidierte ihr Blick mit demselben flackernden Augenpaar. Für einen Herzschlag zu lang verharrte sie, bevor es ihr mühsam gelang, sich abzuwenden und weiterzugehen.
Doch etwas folgte ihr. Es brannte sich ihr in den Rücken, unerbittlich, gnadenlos, unheilvoll. Selbst als die kühle Nachtluft sie umfing, hallte dieser Augenblick in ihrem ganzen Körper nach. Wie ein düsteres Versprechen.