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Roxanne Snowflake

Tehya: Wo ist Layana?

Kapitel 1: Felia und ein Unwetter mit Folgen

»Hey, hierher! Los, mach schon! Gib …«
»WUMMS!«
»Schon wieder?!« Kopfschüttelnd stellte Malio seinen geflochtenen Korb ab und beäugte den über seiner rot blinkenden Hecke zum Still-stand gekommenen Spielball. Er zückte den Zauberstab: »Aus!«
Ein zwischen den Ästen steckendes Amulett hörte auf, zu leuchten, und der Ball landete im Gras.
Er stampfte darauf zu, hob ihn hoch und begutachtete die kalte, neblige Schicht des Luftzaubers, die sich langsam um das Spielzeug drehte. »Ist noch in Takt. Ach, wenigstens ist es dieses Mal kein Feuerzauber –«
»Hallo? Kann ich ihn wiederhaben?!« Eine 10-jährige Elfe stand am Gartentor und deutete auf den rauschenden Gegenstand in seiner Hand.
»Tja … meine Pflanzen …« Er murmelte Unverständliches, seufzte und warf ihr den Ball zu.
»Danke, kommt nie mehr vor«, sagte sie schnell und rannte davon, begleitet vom Klingeln der in ihrem violetten Hut eingearbeiteten Glöckchen.
»Hm.« Er blickte ihr nach und bemerkte, dass sich die Kinder von der hinter den weißen Schleierwolken verschwindenden Sonne nicht beeindrucken ließen.
Wie schon den ganzen Nachmittag über spielten sie mit ihrem Ball auf der kaum befahrenen Straße und vergnügten sich gelegentlich im Teich des gegenüberliegenden Wassergartens.
»Ich hätte einen Sumpf vorschlagen sollen.« Der Gartengestalter nahm sich vor, in seiner Nachbarschaft keine kinderfreundlichen Grünflächen mehr zu kreieren. »Oder nur noch solche mit einem zehn Schritte hohen, blickdichten und geräuschunterdrückenden Zaun … Ruhig soll es sein, ich bin gern allein!«
Ein oranger Strahl schoss aus seinem Zauberstab und traf einen im Holztor verbauten Bergkristall. Die gesamte Hecke schimmerte und die Rufe der Kinder verstummten.
»Den Stein muss ich unbedingt aufladen.« Er drehte sich um und betrachtete eine Monduhr, die an der Wand seines mit gelben Akzenten versehenen Holzhauses hing.
In der Mitte des goldenen Rahmens prangte das runde, leuchtende Gestirn. »Bald ist Vollmond, sehr schön.« Er steckte seinen Stab in die Seitentaschen seines hellroten Umhangs und ließ seinen Blick durch den Erdgarten wandern.
Schattenspendende Nussbäume, farbenfrohe Beerensträucher, saftige Kräuter und hängende Geflechte aus Zweigen befanden sich neben Felsen, fünf Baumstümpfen, die als Stühle dienten, und einem mit reifen Tomaten gefüllten Gartenhäuschen.
»Oh, ich muss ja noch die Beilagen pflücken.« Er nahm die Sichel aus seinem Korb, lief zielstrebig auf das Salatbeet zu und traute seinen Augen nicht. »Das darf doch nicht wahr sein?!« Er blieb wie angewurzelt stehen und fuhr sich durch den weißen und mit roten Glassteinchen geschmückten Vollbart.
Das Gemüse musste warten, denn der wie verrückt wachsende Dornenstrauch seines Nachbarn hatte sich auf sein Grundstück vorgewagt.
Malio konnte nicht glauben, dass dieses Gestrüpp zum gefühlt hundertsten Mal einen Weg gefunden hatte, die grüne Hecke, die ihm bis zum Hals reichte, zu überwinden. Genervt ging er darauf zu, um die Pflanze mit den feuerroten Blüten zurückzustutzen, bevor sie sich noch weiter ausbreitete.