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Roxanne Snowflake

Tehya: Das Fest der sterbenden Jahreszeit und andere magische Katastrophen

Kapitel 2: Ein nervöser Magier

Während Layana in die Kutsche einstieg und hastig nochmals allen zuwinkte, konnte auch Delbert seine Nervosität nicht verbergen.

Der Magier befand sich in der Zauberkunstakademie und hatte es in den letzten zwei Einheiten hingekriegt, sein Zimmer in einen begehbaren Kleiderschrank zu verwandeln.
Neben wallenden Umhängen und Gewändern, die seiner Meinung nach perfekt zur sterbenden Jahreszeit passten, lagen elegante Hosen, kunstvoll verzierte Hemden, teure Halsketten, unterschiedlich geformte Hüte und Dosen voller glänzender und schimmernder Haarcremes herum.
»Ich kann mich einfach nicht entscheiden.« Er stellte sich zum gefühlt hundertsten Mal vor den Wandspiegel und erblickte seinen samtroten Umhang und die orange Kopfbedeckung von hinten.
Der spitzige, übergroße Hut setzte sich aus raschelnden Laubblättern zusammen und goldgelbe, sich hin- und herbewegende Bänder schmückten die große Kapuze und die Seitentaschen des bodenlangen Umhangs.
»Ganz ansehnlich.« Delbert lächelte zufrieden, musste jedoch feststellen, dass der Spiegel seine Begeisterung nicht teilte.
Die gelben, im Rahmen steckenden Kristalle blinkten wie verrückt.
»Gefällt dir der Umhang oder der Hut nicht?« Auf seine Frage bekam er keine Antwort. Erst nachdem er sich den auffälligen Hut vom Kopf genommen hatte, hörten die Steine im oberen Bereich auf, zu leuchten. »Aber irgendwas gefällt dir immer noch nicht?!«
Der Spiegel änderte die Perspektive und zeigte ihn von vorne.
»Ah, die Hose fehlt! Und das Hemd ist viel zu lang!« Delbert beäugte sein goldenes, locker sitzendes Oberteil, das ihm bis zu den Knien reichte. »Ich sollte damit aufhören. Ich frage später die Glücksmaus nach ihrer Meinung … oder Miracle.«
Der schwarze Zauberstab hatte ihn in den letzten Tagen vier Mal per Spiegel kontaktiert, über seine Outfitwahl ausgefragt und erwähnt, dass sich Layana nicht zwischen drei Kleidern entscheiden konnte.
»Wenigstens geht’s nicht nur mir so. Zeit für eine Pause!« Er verschob die Entscheidung, warf den Umhang auf einen Stapel zurück und blickte sich nach seiner Alltagskleidung um. »Wo sind meine Sachen abgeblieben?« Er räumte sein Zimmer immer mit der Hilfe seines Zauberstabs auf, aber der war nirgends zu sehen. Seufzend stellte er sich den weißen Stab vor seinem inneren Auge vor.
Ein Kribbeln durchfuhr seine Finger und Zehen, als würden hunderte Tannennadeln seine Haut gleichzeitig berühren.
»Er muss hier irgendwo sein! Vielleicht in meiner Tasche oder dem Umhang.« Er wühlte sich durch die festlichen Kleidungsstücke und erblickte ein am Boden liegendes, farbenfrohes Bild, das vor vier Tagen im Timba, einem Tanzhaus, kreiert worden war.