Anatomie der Dummheit: Ein Spiegel in Versen
„Alles gut“, das sagt man schnell, mit einem glatten Lächeln und einer Stimme so hell.
„Kein Problem.“ Man nickt dazu,
als hätte man im Leben immer seine Ruh.
„Meld dich gern“, ruft man schon im Gehen.
Doch hofft man still, sie nie wiederzusehen.
Die Worte fliegen leicht und klein,
wie Seifenblasen im Sonnenschein.
Sie glänzen kurz im Abendlicht,
doch sie halten ist nicht ihre Pflicht.
Man fragt: „Wie geht’s?“, im schnellen Schritt.
Doch will man es hören? Lieber einen Schnitt.
Ein „Alles klar“, ein „Passt schon so“,
die Wahrheit bleibt allein im Zoo.
Gefühle stehen vor der Tür,
doch drinnen spricht man von der Haute Couture.
Ehrlichkeit ist unbequem,
Floskeln hingegen passen leicht ins System.
Sie polstern Worte weich und rund,
damit kein Zweifel reißt eine Wund.
Doch hinter „Alles gut“ steht oft ein Raum,
voll unausgesprochener Sorgen, die hält man im Zaum.
Und hinter „Kein Problem“ versteckt sich sacht
ein kleiner Schmerz in höflicher Pracht.
Nähe braucht kein großes Wort,
nur einen Satz am richtigen Ort.
Verstehen beginnt schlicht, wenn jemand fragt
und wirklich spricht.
Sprache kann wie eine Brücke sein,
oder wie Nebel über Stein.
Manchmal heilt kein kluger Satz,
sondern ein ehrliches „Es tut mir leid“ am rechten Platz.
Denn wo man aufhört sich zu verstecken,
beginnt ein Gespräch Herzen zu erwecken.