← Zurück zum Buch
Birgit Wichmann

Marguerite Hessein de La Sablières geheime Welt

Prolog: Eine Nacht unter Sternen

Montag, 8. Januar 1693
Die Dunkelheit umhüllt die Stadt, während ich am Fenster meines bescheidenen Zuhauses stehe und den Blick gen Himmel richte. Die Straßen von Paris liegen still, und nur das sanfte Flüstern des Windes dringt durch die Nachtluft. Doch mein Herz ist immer noch erfüllt von einer unendlichen Sehnsucht, einer Sehnsucht nach Wissen und nach den unergründlichen Geheimnissen des Universums.
Wie oft habe ich schon in Nächten wie dieser hier gestanden, die Augen emporgerichtet zu den funkelnden Gestirnen, die hoch über uns ihre geheimnisvolle Pracht entfalten. Doch diese Nacht ist anders. Sie ist von einer unbeschreiblichen Magie erfüllt, die mich tief in meinem Inneren berührt.
In den Sternen lese ich Geschichten vergangener Zeiten, Geschichten von Liebe und Leid, von Freude und Schmerz. Sie erzählen von den Träumen und Sehnsüchten unzähliger Menschen, die vor mir gelebt haben und die nun längst vergangen sind. Und dennoch fühle ich ihre Gegenwart so stark wie nie zuvor, als ob ihre Geister mich umschwirren und mir ihre Weisheit offenbaren wollen.
Mein Leben, das einst so reich an Hoffnung und Träumen war, hat mich auf eine Reise geführt, die mich durch die Tiefen der menschlichen Seele geführt hat. Ich habe geliebt und gelitten, ich habe gekämpft und verloren. Doch trotz allem habe ich niemals aufgehört zu träumen, niemals aufgehört zu glauben, dass das Leben mehr ist als nur ein kurzer Augenblick in der Ewigkeit.
In dieser einsamen Stunde der Nacht fühle ich mich verbunden mit all jenen, die vor mir gelebt haben, mit all jenen, die nach den Sternen gegriffen haben und dabei doch so weit gefallen sind. Ich spüre ihre Präsenz um mich herum, als ob sie mir Mut zusprechen wollen, mich ermutigen, meinen eigenen Weg zu gehen.
Und so stehe ich hier unter dem unendlichen Firmament und wage es, meine Träume zu leben, meine Sehnsüchte zu erfüllen. Möge das Licht der Sterne meinen Weg erhellen und mich führen auf meinem Weg durch die Dunkelheit. Möge die Nacht mich umhüllen und mich beschützen vor den Gefahren, die auf meinem Weg lauern.
Denn in dieser Nacht, unter dem Schutz des Sternenhimmels bin ich frei. Frei von den Fesseln der Vergangenheit, frei von den Zwängen der Gesellschaft. Hier, in dieser geheimnisvollen Welt der Nacht, bin ich ganz ich selbst, ganz und gar und für immer. Und nichts und niemand kann mir je diese Freiheit nehmen, solange ich den Mut habe, meinen Träumen zu folgen und mein Schicksal zu erfüllen.
In dieser Nacht, während ich den Sternen lausche und die Dunkelheit mich umhüllt, kehren die Erinnerungen an mein vergangenes Leben zurück. Sie kommen wie das leise Flüstern aus einer längst vergessenen Zeit, und doch sind sie so lebendig und präsent, als wären sie erst gestern geschehen.
Ich erinnere mich an meine Kindheit, an die warmen Sommerabende im Garten meines Elternhauses, wo ich mit meinem Vater die Sterne am Himmel betrachtete und von fernen Welten träumte. Ich erinnere mich an die Liebe meiner Eltern, an ihre Güte und Fürsorge, die mich mein ganzes Leben lang begleitet haben.
Und dann, als wäre es gestern gewesen, erinnere ich mich an den Tag meiner Hochzeit, an die Aufregung und die Freude, die mich erfüllte, als ich Antoine Rambouillet de La Sablière zum ersten Mal sah. Ich erinnere mich an unsere gemeinsamen Jahre, an die Geburt unserer Kinder und an die glücklichen Momente, die wir miteinander teilten.
Doch die Liebe hält nicht immer an, und auch unsere Liebe konnte den Stürmen des Schicksals nicht standhalten. Ich erinnere mich an die Dunkelheit, die sich zwischen uns ausbreitete, an die Einsamkeit und die Verzweiflung, die mich in meinen dunkelsten Stunden überwältigte.
Und doch, trotz allem, habe ich niemals aufgehört zu kämpfen, niemals aufgehört zu hoffen. Denn in jedem Augenblick, in dem das Leben mich niederzudrücken drohte, fand ich die Kraft, mich aufzurappeln und weiterzugehen.
Und so stehe ich hier in dieser einsamen Nacht und schwöre mir selbst, dass ich meine Geschichte erzählen werde. Ich werde von den Höhen und Tiefen meines Lebens berichten, von den Freuden und dem Leid, das mir begegnet ist. Ich werde von meinen Träumen und Sehnsüchten erzählen, von meiner Liebe zur Wissenschaft und meiner Suche nach der Wahrheit.
Denn ich glaube fest daran, dass meine Geschichte es wert ist, gehört zu werden, dass sie uns verbindet und uns näher zueinander bringt, als wir es je für möglich gehalten hätten. Und so möchte ich mit diesem Buch nicht nur meine eigene Geschichte erzählen, sondern auch die Geschichten all jener, die mich auf meinem Weg begleitet haben.
Möge dieses Buch ein Licht sein in der Dunkelheit, ein Hoffnungsschimmer in einer Welt voller Schmerz und Leid. Möge es all jenen, die es lesen, Mut machen und sie daran erinnern, dass das Leben mehr ist als nur ein kurzer Augenblick in der Ewigkeit. Möge es sie ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre Träume zu leben, so wie ich es getan habe.
Am Ende, wenn die Sterne erlöschen und die Nacht vergeht, werden nur die Geschichten bleiben, die wir erzählt haben, die Erinnerungen, die wir hinterlassen haben. Und in diesen Erinnerungen werden wir für immer weiterleben, unsterblich gemacht durch die Macht unserer Worte und die Kraft unserer Träume.

Marguerite Hessein de La Sablière