Die dunkle Seite der Erde
Während die wärmende Aprilsonne auf die ewige Stadt schien, ließ die Kühle der Kellergänge Pater Anselm frösteln. Nichteinmal elektrisches Licht gab es hier, zwei Schweizergardisten trugen Lampen vor ihnen her. Was konnte es sein, das der Heilige Vater ihm zeigen musste, damit er es glauben konnte, wie der Papst geheimnisvoll erklärt hatte? Glaubten sie nicht unbesehen das größte Geheimnis von allen, spürten sie nicht die Allgegenwart Gottes, ohne diesen je zu Gesicht bekommen zu haben? Was also bedurfte des Augenscheins? […]
Der Mars ist ein unwirtlicher Ort. Er erinnert mich ein wenig an meine Tage in Afrika, die nun schon Ewigkeiten her zu sein scheinen. Unfruchtbare Wüstenei, palmähnliche Bäume hier und da, doch die Palmwedel sehen riesenhaften gespreizten Bananenschalen gleich. Die Eingeborenen sind grün, grasgrün. Auf dem Haupte tragen sie zwei Antennen, die Ohren stehen wie Trichter von der Seite des Schädels ab, die enorme Hakennase sieht aus wie die des Heiligen Vaters, wenngleich um vieles größer. Ein Streifen Lamellen über dem breiten Mund, deren Funktion sich mir nicht erschließt, mutet ein wenig wie ein kecker Oberlippenbart an. Die drei Finger einer jeden Hand enden in Saugnäpfen an der Fingerspitze. Am auffälligsten ist jedoch das gewaltige, tiefblaue Zyklopenauge. Wohlgemerkt, blau ist nicht etwa die Regenbogenhaut, diese ist vielmehr pechschwarz, so dass sie die winzige Pupille übermäßig groß wirken lässt, sondern der Augapfel selbst, der bei uns Menschen weiß ist. Die einzigen anderen Wesen, die es hier zu geben scheint, sind taubengroße dreiarmige Kraken, grün wie die Marsianer und bis auf das eine kleine blaue Auge scheinbar ohne weitere Sinnesorgane, die hier allenthalben durch die Luft schweben wie lästige Fliegen.