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Die Teewurst oder der Wahnsinn der deutschen Sprache

691 Wörter etwa 4 Minuten Veröffentlicht am 27.08.2026
Was hat eine Teewurst mit Hundekuchen zu tun? Eine humoristische Betrachtung.

Die Teewurst oder der Wahnsinn der deutschen Sprache

Jeder echte Deutscher oder diejenigen, die ein wenig über den Tellerrand geschaut haben kennen es, die faszinierenden Möglichkeiten Hauptwörter aneinander zu reihen. Ich möchte hier nur das wohl bekannteste Beispiel des Kapitäns, der auf einem Schiff fährt, das der Dampfschifffahrtsgesellschaft gehört die an der Donau tätig ist und so zum Donaudampfschifffahrtskapitän wird. Wobei das nicht das Ende sein muss, so könnte man ihm eine Mütze verpassen die ein Mützenband ziert und daraus eine unendliche Kette formen, die dann leider doch durch eine oder gleich mehrere Silbentrennungen zerstört wird. Verrückt wird es, wenn Wörter eine doppelte Bedeutung haben. Wer versteht schon den Satz als Einer der deutschen Sprache nicht so mächtig ist? Das Schlosstürschloss im Schloss schloss nicht mehr. Doch damit ist noch nicht alles gesagt. Auch bei den Bedeutungen geht das Verständnis oft ins Irrationale. Fangen wir bescheiden an: beim Kuchen. Wer kennt sie nicht? Obstkuchen, Pflaumenkuchen, Apfelkuchen, Hundekuchen. Ohh, da sind wir schon gestolpert. Während in den ersten Fällen das, was vor dem Wort steht, tatsächlich beschreibt, was im Kuchen steckt, ist es beim Hundekuchen nun nicht mehr der Fall. Denn dieser Kuchen ist für den Hund. Klar, logisch und verstanden. Wirklich? Was ist dann ein Pferdeapfel? Ein Kuchen aus einem Pferd? Beinah schon richtig, aber es ist nicht für das Pferd, sondern vom Pferd. Und ob das, was dort herauskommt, einem Kuchen gleicht, können wohl nur die Spatzen erklären. Hier macht die deutsche Sprache nicht Halt. Ein Bienenstich kann schmecken oder schmerzhaft sein. Ein Strauß kann in der Vase stehen, sich ausfechten lassen oder den Kopf in den Sand stecken. Wer erklärt uns eigentlich den Unterschied zwischen Weg und weg? Das gleiche Wort, nur mit anderer Aussprache und Bedeutung. Also klar, oder? Weg war der Weg? Was das? War nun der Weg der Weg oder war er weg? Und wenn der Weg weg ist, wo ist dann der Weg? Weg. Jetzt greifen wir den ersten Satz noch einmal auf: echte Deutsche? Gibt es etwa falsche? Falsche Fünfziger? Falschgeld – oder Menschen, die nicht ehrlich sind? Nun wird es historisch und albern: Butter. Butter, wird man sich fragen, ist doch einfach Butter, oder? Richtig. Es gab Butter, und dann kam der Krieg, und plötzlich gab es sie nicht mehr. Also musste Ersatz her. Das war dann aber keine Ersatzbutter, sondern einfach Butter. Irgendwann kam die echte Butter zurück und wurde zur Guten Butter oder zur echten Butter. Und heute wird aus Butter Streichzart, Streichfein, Alpenzart, die Streichzarte und was sich die Hersteller sonst noch einfallen lassen. Und damit ist sie wieder keine echte Butter mehr. Womit sich der Kreis schließt. Fast. Eigentlich hat mich die Teewurst erst auf diese Überlegungen gebracht. Ist sie nun Tee oder Wurst? Wurst zum Tee oder Wurst aus Tee? Gehört sie nicht eigentlich aufs Brot? Nun aber das: Die vegane Teewurst. Da bin ich raus. Aber genau hier beginnt die Geschichte erst. Ich gab eine Bestellung auf, um mir Lebensmittel liefern zu lassen. Am Ende dann die freundliche Frage: „Haben Sie etwas vergessen?“ Da tauchte sie auf: Teewurst. Wie bei einem Kind in der Quengelgasse lief mir das Wasser im Mund zusammen, und ich drückte auf „Hinzufügen“. Nun muss ich erklären, dass dieser Geschmack mich nicht schon seit Kindheitsbeinen anzog. Ganz im Gegenteil: Als Kind mochte ich sie nicht, ich verabscheute sie geradezu und konnte nicht begreifen, dass Opa sie liebte. Aber wie im Leben die Liebe wechselt, fand ich später den besonderen Reiz dieser Wurst auch für mich – einen echten Gewinn. Was erklärt, warum ich dem Angebot nicht auswich. Das bittersüße Erwachen kam mit der Lieferung. Da lag sie nun, und die dicke Schrift „VEGAN“ sprang mir direkt ins Gesicht. NEIN! Das wollte ich nicht. Also schrieb ich eine Mail an den Lieferdienst und schilderte mein Unbehagen, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite die unausgesprochene Tatsache, dass ich ein Dummdepp, Trottel und was weiß ich noch alles gewesen war, um in diese Falle zu tappen. Der Mitarbeiter zeigte mehr als Verständnis, schrieb mir den Artikel gut und forderte mich sogar auf, das Geschenk als Kostprobe zu behalten. Ich werde es kosten. Nur nicht gleich heute.