Ein letzter Cà phê
Kapitel 07: Keine gerechte Strafe
Ben war wütend, richtig wütend, und er kannte kein Mitleid, drei seiner Mitarbeiter standen vor ihm, besser: kauerten vor ihm. Sie waren verletzt und bluteten, ihre Kleidung war arg in Mitleidenschaft gezogen und allen war die Furcht in den Augen abzulesen. Sie hatten versagt, sie hatten den Boss enttäuscht und sie kannten ihn. Wie verwundert waren sie, als er sie mit fast sanften Worten bemitleidete und ihnen befahl, ins Krankenhaus zur Behandlung zu gehen. Natürlich würden sie nicht gehen, er würde sie bringen, Lars würde das organisieren und Gerd Pasternak würde sie beseitigen, sie würden nie mehr den Boss enttäuschen, sie waren reif für die Würmer. Ob sie es wussten oder ahnten, wusste niemand zu sagen, und es würde auch niemand erfahren. Diese drei traurigen Gestalten würden binnen kurzem von der Bildfläche verschwunden sein und keiner würde ihnen eine Träne nachweinen.
Ben hatte kein Mitleid. Einmaliges Versagen ließ er durchgehen, aber zweimal niemals. Jetzt brauchte er seine Frau. Er ließ alles stehen und liegen und fuhr nach Hause. Anna war beim Shoppen, er würde sie fertigmachen, wenn sie wiederkam, er war geil und wusste nicht, was er im Moment dagegen tun konnte, Sex oder Mord, zur Not Schläge, gute Idee, ‚The Men’ bekam zwei saftige Ohrfeigen, die er stumm kassierte, ohne auch nur im Geringsten zu ahnen, warum, so war der Boss, irgendetwas war wohl nicht so gelaufen, wie er es sich gewünscht hatte. Es würden auch wieder bessere Zeiten kommen, doch da irrte Hermann Kahlert sich gewaltig.